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101 Gruende ein Buch zu lesen

INTU Schachbücher


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Buchhändler-Tipp

von Maria Leitner
INTU Books, Wiedner Hauptstraße 13

MitarbeiterIn

David Robinson,Filmkritiker, Chaplinbiograph und Freund der Familie, hat einen Schatz gehoben: Mehr als 30 Jahre nach Chaplins Tod wurde der Kurzroman - in mehreren Entw?rfen und Fragmenten - in den "Charlie Chaplin Archives" gefunden und in der letzten Fassungen herausgegeben. Ungew?hnlich war, dass Chaplin f?r sein melancholisches Sp?twerk "Rampenlicht" zuerst eben diese z?rtlich-dramatische Erz?hlung schrieb, und erst viel sp?ter das Drehbuch. Im Mittelpunkt: das M?dchen Terry, das trotz aller Widrigkeiten des Schicksals zur Primaballerina aufsteigt, tief f?llt, und vom alternden, dem Alkohol verfallenen Clown Calvero gerettet wird. Chaplin Stil ist nicht hochliterarisch, evoziert aber sofort (Film-)Bilder - von expressiven Stummfilm-Closeups bis t?nzerisch-bewegten Strassenszenen. Parallel dazu l??t Robinson die Dreharbeiten zu "Rampenlicht" ablaufen und erschafft ein wunderbar Stimmungsvolles Bild der damaligen Music Halls, erg?nzt mit unver?ffentlichten Fotos. Eine Empfehlung nicht nur f?r Cineasten!

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Henning Mankells letztes Buch beginnt mit dem Anfang vom Ende - seiner Krebsdiagnose. Er erinnert sich an kleine Trag?dien des Alltags, die er nie hatte vergessen k?nnen, obwohl - oder gerade weil - sie so sinnlos schienen, wie jetzt die Best?tigung seiner Endlichkeit. Er bem?ht sich, abgekl?rt zu wirken, aber Angst schimmert immer wieder durch. Er versucht, sich die Welt ohne sich, ohne Menschen ?berhaupt zu imaginieren und scheitert an den Grenzen der menschlichen Vorstellungskraft. "Konkret" ist da einzig die Angst vor dem Atomm?ll und seine innere Unruhe bringt ihn immer wieder auf das Problem der sicheren Endlagerung zur?ck. Der Klappentext spricht zwar vom "Mut zum Leben", aber genau gelesen offenbart der Text die nur allzu menschliche und allgemeine Angst vor dem Unvorstellbaren - dem Tod ...

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Nehmen wir die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Navid Kermani zum Anla?, sein letztes Buch mit dem Untertitel "?ber das Christentum" durchzubl?ttern. Wer sich von seinem faszinierenden "Fischzug" durch die Poetik des Korans ("Zwischen Koran und Kafka") mitreissen und bereichern lie?, mag diese Aufsatzsammlung im ersten Moment "billig" finden: Kermani betrachtet Bilder, Fotos und Objekte der christlichen Glaubenswelt scheinbar naiv, aus der Sicht jemandes, der keine religi?se "Vorbildung" hat, oder Muslim ist (wie er selber). Doch weit gefehlt! Auf diese Weise zeigt er dem Leser, wie viel dieser - aufgrund der christlich gepr?gten europ?ischen Bildung - unbewu?t "mitsieht". Das verstellt gleichzeitig den naiv-staunenden Blick, der es erlauben w?rde, bekannte Meisterwerke f?r sich neu zu entdecken. Gleichzeitig fordert Kermani durch den Kunstkniff des "unbedarften" Zugangs heraus, sowohl seine wie auch die Sichtweise des Lesers zu beurteilen, vielleicht sogar zu erg?nzen. Das gelingt ihm vor allem bei der Meditation ?ber Werke Caravaggios (wie z.B. unter der ?berschrift "Wissen" zum ungl?ubigen Thomas, oder unter "Berufung" zum Hl. Matth?us).

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Ein Vorgeschmack auf das heurige Gastland der Frankfurter Buchmesse (falls es nicht aussteigt: der Iran hat zum Boykott aufgerufen, und Indonesien ist das muslimisch-bev?lkerungsreichste Land). Laksmi Pamuntjak verkn?pft in ihrem Deb?troman die Geschichte eines M?dchens an der Schwelle zur Emanzipation mit dem Nationalepos Mahabharata und der Geschichte Indonesiens im 20.Jahrhundert, also den ?bergang von Sukarnos "gelenkter Demokratie" zur Diktatur Suhartos. Es f?llt nicht ganz leicht, in den blumigen Erz?hlstrom einzutauchen. Doch dann erschlie?t sich in faszinierender Weise die Vielfalt Indonesiens: die Liebe zu farbiger Erz?hlung auch im allt?glichen Leben, die gemeinsame Sprache eines Vielv?lkerlandes, der Wunsch nach Fortschritt, ohne die Tradition zu verraten. Man staunt ?ber die Vielzahl von Religionsgruppen, und wie selbstverst?ndlich sich Geisterglaube und Totenkult auch im Islam integriert haben. Eine Nebenfigur, die in ihrer Beschreibung schmunzeln macht, ist ein Europ?er - seine Ausdrucksweise und Reaktion ist halt doch von einer asiatischen Autorin entworfen...

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Mit der Gen??lichkeit des Kulturwissenschaftlers durchstreift Thomas Macho die Jahrtausende delikater Beziehung von Mensch und Schwein. Er weicht dabei geschickt der Gefahr der oberfl?chlichen Anthropomorphisierung aus, verf?hrt den Leser mit der Andeutung von Doppelsinn: ?nah und fern zugleich? trifft auch auf Wien und Berlin (wo er lehrt) zu, der Untertitel - ?ein Portrait? - schmunzelt ?ber den Autor selbst, das Kolorit der agroindustriell vorherrschenden Rasse (Large White) ?hnelt dem menschlichen Inkarnat. Der Name der bibliophilen Reihe ?Naturkunden? (herausgegeben von der zoologisch versierten Judith Schalansky - ?Der Hals der Giraffe? ) deutet ein spielerisches Element an. Ob die Tabuisierung des Schweinefleischgenusses nicht auch auf solch makabrer ?hnlichkeit beruht ? um nicht die R?ckkehr vom Tier- zum Menschenopfer zu provozieren? Eine Hypothese, die Macho nicht ausschlie?t ...

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Im Tabernakel gruselt?s ... Oder: Was fri?t die Maus? Es darf ruhig verraten werden, dass auch Olaf B. Rader die Frage nicht l?sen wird: Ist nun der ganze Christus in der Hostie und infolgedessen im Tier, oder wandelt er sich bei diesem unheiligen Vorgang wieder in Brot? Ausgehend von einem (Hostien)Blutwunder, den Entstehungsgeschichten von Wunderorten, Juden als Feinden der ecclesia und Hostiensch?ndungen ("Kirche zum gekochten Erl?ser"!) begegnet man Mietpilgern und ihrem arg angeschwollenen Durst, Mirakeln und "Vergauckelung", Racheaktionen von nicht genug gew?rdigten Wunderhostien und Ausw?chsen des Abla?handels. Der Autor betrachtet diese Ph?nomene ganz neutral als Kulturwissenschaftler - die ernsthafte Schilderung der ebenso ernsthaften ?berlegungen der Kleriker jener Zeit (wie das Problem der Maus)macht das h?bsche B?chlein zu einem Leseschmaus.

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Wiederbelebung erfolglos ... Die DDR: Es ist das Jahr, in dem die Mauer fallen wird, Gorbatschow und Kohl auf Besuch kommen werden, Matthias Baader in der Nacht vor der W?hrungsunion stirbt. Doch noch zeichnet sich nichts davon im Ostberliner Villenviertel ab. Die Teenager dort begn?gen sich mit dem Anarchismus der Jugend, n?chtlichen Partys im Freibad. Nachbarn, die in den Westen fliehen, werden mit Unverst?ndnis betrachtet. Das Einzige, das locken k?nnte, sind die verehrten Bands. Doch an Aufnahmen kommt man immer, auch wenn sie technisch nicht so toll sind. Die Jugendherberge, die in den ehemaligen Kasernen der Wachmanschaften in Buchenwald untergebracht ist, verstr?mt Landheim-Atmosph?re, auch wenn man beim Rummachen die Genickschussanlage und das Krematorium im R?cken hat. Doch allm?hlich organisieren sich die Proteste und Demonstrationen. Der Erz?hler, 16 wie damals der Autor, sp?rt, dass man nun doch "dabei sein" sollte, um sp?ter was zu erz?hlen zu haben. Und woher kommen auf einmal Nazis, hier in der DDR? Neben dem lakonisch-witzigen Abgesang auf ein Land erf?hrt man aus den ebenso vergn?glich zu lesenden Fu?noten Einiges aus dem Verwaltungsapparat mit seinen oft skurrilen Abk?rzungen.

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... und wieder ein gro?artiger Debutroman eines Nichtmuttersprachigen: Jan Himmelfarb, 1985 in der Ukraine geboren, studierte in Deutschland und blieb. Anders als Katja Petrowska oder Sasa Stanisic "spielt" er nicht mit der neuen Sprache, sondern besch?ftigt sich mehr mit dem Sinn der W?rter und ihre Auswirkungen auf das Leben. So ist auch sein Protagonist und Erz?hler ein ?bersetzer aus dem Russischen, der sich selbst als "kleiner, j?discher Sowjetb?rger, der im fortgeschrittenen Alter nach Deutschland gekommen ist" bezeichnet. Geboren 1941 in einem rollenden, verdunkelten Zug ist er zu jung, um die Kriegsgr?uel bewu?t miterlebt zu haben. Und doch sind so viele allt?gliche Dinge f?r ihn mit Vergangenheit, als deren Teil er sich zu f?hlen versucht, behaftet: Kann man sich wirklich gedankenlos in einen Bus nach Auschwitz setzen? Wie kann sich seine Tochter, die einen Nichtjuden liebt, f?r eine Elite-Uni entscheiden, deren M?zen ein ehemaliger SS-Offizier ist? In der Schilderung der Familienverh?ltnisse und den Beziehungen zu nach Deutschland nachkommenden Freunden erinnert mit seinem lakonisch-humorvollen Stil an Woody Allen. Es gelingt ihm, die schlimmsten Dinge wie die Massaker an den Juden von Charkow so zu erz?hlen, dass ihnen nicht das Grauen genommen wird,und gleichzeitig Humor und Unheil wie in Romain Gary?s "Tanz des Schingis Cohn" verschmelzen, und man teilt das Dilemma in der Frage um Gehorchen oder Widerstand in den Lagern. Erstaunlich!

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Das Universum im Mikrokosmos ...Nicht wirklich ein Einsteigerbuch, um das Werk von Georges Perec kennenzulernen - man k?nnte es fast als "interaktiv" bezeichnen: Perec geht z.B. zwischen 1969 bis 1974 einmal im Jahr durch eine kleine Stra?e und notiert penibel die Gesch?ftstafeln, H?useraufschriften, Anzeigen und verblassende Inschriften. Und einfach durch die Auflistung, die nicht einmal als Ver?nderung gekennzeichnet werden, entsteht vor dem inneren Auge des Lesers eine kleine Geschichte dieser Stra?e, zu unbedeutend vielleicht, um als solche erz?hlt zu werden, aber vielleicht doch ein Mosaiksteinchen in der Geschichte des Kosmos? Oder gar der "Versuch einer Bestandsaufnahme der fl?ssigen und festen Nahrungsmittel, die ich im Jahre neunzehnhundertvierundsiebzig hinuntergeschlungen habe" - eingeteilt in Braten, Suppen, W?rste und damit Verwandtes, K?se, Kuchen usw., nat?rlich immer ohne ?berschrift, der Leser soll sich ja auch etwas denken! Und pl?tzlich sieht man, vielleicht auch nur f?r ein paar Augenblicke oder Stunden, die Welt, die Umgebung als poetisches Sammelsurium ...

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Robinson Crusoe einmal ganz anders ... Eine wahre Geschichte: 1843 wird der junge Matrose Narcisse Pelletier an der Ostk?ste Australiens zur?ckgelassen. Er hatte sich von den Kameraden getrennt und so die Gezeiten nicht wahrgenommen. 17 Jahre sp?ter findet man den "wei?en Wilden", nackt, t?towiert, unm?glich, mit ihm zu kommunizieren.Der Wissenschaftler Octave den Vallombron, gescheiterter Entdeckungsreisender, nimmt sich seiner an und macht ihn zu seinem Studienobjekt: er m?chte ihn wieder in die "Zivilisation" zur?ckholen. Francois Garde erz?hlt die Geschichte in 2 Handlungsstr?ngen, die Geschichte des Matrosen bis seinem ?berleben in der Wildnis, parallel dazu die Berichte des Wissenschaftlers in Briefform ab dem Auffinden von Narcisse. Auf packende Weise f?hrt Francois Garde Francois die beiden Leben immer weiter aufeinander zu und verbindet sie, bis zum Scheitern ... Und wie klarsichtig sind seine (indirekt gesponnenen) Gedanken zum "Zivilisationsproze?"! Als der junge, ungebildete Europ?er auf die nackten Eingeborenen trifft, f?hlt er sich den "Wilden" einfach durch seine Hautfarbe ?berlegen. Aber erst mit dem "Ablegen" der "Zivilisation" und dem bedingungslosen Annehmen der ihm so fremden Welt gelingt ihm auch das ?berleben. Ein bemerkenswerter Erstling eines nicht mehr ganz so jungen Autors, in Frankreich ausgezeichnet mit dem "Prix Goncourt du premier roman".

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".. chi ? quel grande ...?" Die Besch?ftigung mit Dante - neben Proust und Petrarca - ist das "Lebenswerk" des Romanisten Karlheinz Stierle. Sein letztes Buch ist nun quasi eine Essenz daraus und zeigt noch einmal einerseits die ungeheure Wichtigkeit der "G?ttlichen Kom?die" f?r die abendl?ndische Literatur, sondern macht auch staunen, wie sp?t Dante erst rezipiert worden ist. Aber Achtung: ganz unbedarft sollte man nicht mehr sein, um die F?lle der Erkl?rungen und Details genie?en und sch?tzen zu k?nnen!

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Dieses aktuellste Buch ?ber den Ersten Weltkrieg zeigt nicht nur die Hinter- und Abgr?nde der Entscheidungen der Kriegshetzer der Monarchie; es erlaubt auch R?ckschl?sse auf die Entstehung aktueller Krisenherde (Krim!)und die Fehler, die beim Versuch, sie in den Griff zu bekommen gemacht werden.( Der aufmerksame Leser erkennt z.B. auch, wie richtig/wichtig die "behutsame" Aufl?sung der Sojetunion durch Gorbatschow war.)Das macht aus einem "historischen" Sachbuch ein ungemein politisches.

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Noch bevor das ?Studienobjekt? Reinhardts geboren ist, findet sich auch der unbedarfte Leser ? der den Marquis bisher vielleicht nur mit dem Begriff des Sadismus in Zusammenhang gebracht hat ? in der spannenden Lebensgeschichte von dessen Vater, Diplomat und frivoler Schriftsteller, und dem klugen Zeitportr?t Frankreichs, vom ?erstarrten? Sonnenk?nig zum Strukturwandel der franz?sischen Aristokratie hin zur Entstehung des Beamtenadels. Der Autor zeigt, wie deutlich de Sade als Schriftsteller zwischen dem eigenen Leben und seiner Ungeheuer hervorbringenden Phantasie unterscheidet ? die Rousseau?schen Naturgesetze mit ihrem Recht des St?rkeren dreht er derma?en um, dass ihre Mitleidlosigkeit in sein System der hemmungslosen Triebbefriedigung pa?t. Vom blutjungen Offizier im Ancien R?gime, durch die Wirren der Franz?sischen Revolution bis an sein?friedliches? Ende als Theatermacher im Irrenhaus ? de Sade ist sein Leben lang Verfolgter und Privilegierter zugleich.

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Im Dickicht des Unterbewu?tseins, da kann man sich schon verstricken ? Ein kleines M?dchen w?nscht sich eine Schwester, wie sich Kinder ein H?ndchen w?nschen ? und es bekommt sie ? Elisabeth Klar beginnt ihre Geschichte zu dem Zeitpunkt, als ihre Erz?hlerin Karin jene Ziehschwester Lisa aus einer Behinderten-WG gegen den Widerstand ihrer Geschwister und Gro?eltern zu sich nimmt. Die Faszination dieses Romanerstling ergibt sich zun?chst aus der Komposition: Der Leser folgt dem Geschehen, den Erinnerungen der beiden Frauen sowohl aus der Sicht der erz?hlenden Karin und alternativ der schweigenden Lisa, er ?liest? ihre Gedanken. So erschie?t sich zwar langsam das Drama, das sich vor Jahren abgespielt hat, aber wer hat es nun ?richtig? gesehen? Warum mu? die Geschichte des Vaters nochmals erz?hlt werden? Ist Liebe die treibende Kraft? Oder Eifersucht, Revanche, der Wunsch nach Kontrolle? Klar f?hrt ununterbrochen in die Irre ? so bleibt das Buch spannend bis zum Schlu? und l??t noch einen kleinen Zweifel ?brig. ?Ja, so ist es gewesen!? kann dann auch der Leser nicht behaupten ?

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Gott hat herabgesandt die sch?nste Rede, ein Buch ? (Sure 39,23) ?West-?stliche Erkundungen? sind Reden und Aufs?tzen, die Kermani zwischen 1999 und 2014 ver?ffentlicht und jetzt ?berarbeitet und erg?nzt zusammengestellt hat. Und es zeigt sich schon in den ersten Seiten: Keiner dieser Essays hat an Aktualit?t und Bedeutung verloren. Wenn Kermani faszinierend und packend den Koran als die Poesie schlechthin beschreibt, erkennen sogar Laien, wie dumm die Forderung nach einer ?Einheits?bersetzung? ist. Ob Goethes ?Gottes-Atem?, Hedayats Besch?ftigung mit Kafka oder Parallelen der schiitischen Passionsspiele mit Brechts Theaterverst?ndnis ? die Liebe, Hingabe, Leidenschaft f?r Sprache(n) und Literatur(en) (vor allem die arabische und persische, er ist schlie?lich Orientalist) ergreifen den Leser und f?hren wie ein roter Faden durch dieses Werk.

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Ein Bestseller, der schon vor dem offiziellen Erscheinen ausverkauft ist ?;"Und daf?r geb?hrt nicht zuletzt der Robert Bosch-Stiftung mit ihrem ?Grenzg?nger-Stipendium? Applaus. Diese Unterst?tzung erm?glicht Schriftstellern, Filmern, Fotografen Recherchen in Mittel-, Ost- und S?dosteuropa sowie Nordafrika. Ihr verdankt man so herausragende Publikationen wie ?Vielleicht Esther? von Katja Petrowskaja, ?Vor dem Fest? von Sasa Stanisic; Stipendien gingen auch an Feridun Zaimoglu, Ilija Trojanow, Terezia Mora, Herta M?ller, Jenny Erpenbeck, um noch ein paar wichtige Namen zu nennen. Nino Haratischwili, geboren in Tbilissi, kam als Zw?lfj?hrige nach Deutschland und hatte eigentlich nicht vorgehabt, sich die deutsche Sprache ?wie ein anderes Kleid? endg?ltig anzuziehen; nun scheint es, dass ihr dieses passt und sie es so schnell nicht wieder ablegen wird: Ab ihrer ersten Ver?ffentlichung hat sie auf Deutsch geschrieben. Im Gegensatz zu ?Migranten? wie Petrowskaja und Stanisic jedoch, die mit ihrer ?neuen? Sprache spielen, aus W?rtern vergessene Bedeutungen holen oder ihnen andere, ?berraschende zuschreiben, ist die junge Georgierin eine packende ?konventionelle? Erz?hlerin ? la ?Vom Winde verweht? oder ?Reis aus Silberschalen?. Sie sch?ttelt das historische Bett ihres opulenten Familienromans vom Georgien um 1900 bis ins Deutschland des 21. Jahrhunderts auf. Dank ihrer Sprachgewalt legt der Leser das umfangreiche Buch nicht aus der Hand, auch wenn ihn die ziemlich pathetische Schwelle der ersten Seiten fast zum Stolpern bringt, und die Handlungsstr?nge der Familiengeschichte manchmal recht abstruse ?berschneidungen erfahren. Dazwischen sticht sie wie ein schlechter G?rtner aus den Schriften gro?er Denker wie Lenin oder sozialistischer Dichter Zitate aus und stellt sie politischen (Fehl-)Entwicklungen sp?terer Jahrzehnte gegen?ber ? derart ihres literarischen Kontextes und des historischen Substrats beraubt, sind sie so einer L?cherlichkeit preisgegeben, die sie nicht verdient haben, die aber (hoffentlich) zu eigenen Reflexionen anregt ? Dem Erz?hltalent tut dies jedoch keinen Abbruch, Haratischwili versteht es zudem, gekonnt und schl?ssig die politische Geschichte des 20. Jahrhunderts aufzurollen."

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Cote d`Azur, 1942. Ein altes Grandhotel auf dem H?gel ?ber Monte Carlo ohne G?ste, ein lebenssatter Dandy auf der Suche nach Ungew?hnlichem, und die ?berraschende Ankunft einer sch?nen Frau, deren Gatte sie tags?ber im Hotel alleine l??t ? kurz, ein Szenario wie von Stefan Zweig entworfen, doch all das aus franz?sischer Feder. ?u?erst interessant (und auf keinen Fall auszulassen!) ist das Vorwort, das das kurze Leben des 1905 geborenen und auch in Frankreich fast vergessenen Autors skizziert und es gekonnt in den Kontext des Vichy-Regimes stellt.

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Zuerst erscheint es nur wie die gelungene Rezeptur eines Erfolgsromans: Man nehme einen gealterten Schriftsteller, den seine Vergangenheit einholt, menge Ausz?ge seines ?Werks? dazu, und lockere mit Briefen aus der Jugend auf.;Doch nach und nach entwickelt sich aus diesen Zutaten eine komplexe, klug ausgedachte, oft tragische Familiengeschichte inmitten des amerikanischen Kunst- und Literaturbetriebes und vor der gro?artigen Kulisse New Yorks. Der Erz?hler hat sich von Kind an eifers?chtig gew?nscht, Teil der Familie A.N. Dyers zu sein, es gelingt ihm auch als Erwachsener nicht, trotz der ihm bestenfalls erwiesenen Ignoranz, ihrem Bann zu entkommen ? Gibt es in der Literatur Zuf?lle? Auch hier begegnen wir in der ?Frick Collection? dem Maler Carel Fabritius mit seinem ?Distelfink?, der Donna Tartts Pulitzerpreis-Buch als Motiv durchzieht! St?rend leider die manchmal holprige (und einmal sogar sinnwidrige) ?bersetzung.

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Das wohl ?sch?nste? Buch des Jahres: hartgebunden, als Umschlagfarbe schlichtes ?Cactus Green?, kein Titelbild, daf?r Leseb?ndchen, Fadenheftung und 9/13 Cordale regular/italic. Die 660 Seiten liegen nicht nur gut in der Hand, sie bieten auch eine recht eindrucksvolle ?bersicht ?ber politische Krisenherde und soziale Miseren, die dunklen Seiten Europas, erz?hlt aus der Sicht eines Reisejournalisten. Obgleich manchmal vielleicht etwas bem?ht objektiv ? ein serbisches Massaker mu? mit einem kroatischen Kriegsverbrechen ?aufgewogen? werden-, entsteht so nebenbei auch ein ziemlich pr?gnantes Schweiz-Bild, und der Leser gewinnt Einblicke in die Arbeit von NGOs und dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. ?berraschender Schlu?!

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Wieder ein ?u?erst spannender Roman des preisgekr?nten Jugendbuchautors. "Ein Junge k?mpft in der eisigen Flut, aber nicht um sein Leben; die letzte, gewaltige Welle, der er sich bewu?t ist, zerschmettert ihn an den Felsen. Und dann erwacht er in einer verlassenen, verw?steten Umgebung, die aber seltsam vertraut erscheint. Nur langsam gelingt es ihm zu verstehen, was geschehen sein k?nnte ? oder doch nicht? Auf packende und phantasievolle Weise verkn?pft Ness die Probleme von Jugendlichen mit Familie, Freunden, erwachenden Trieben und Science fiction ? la ?Matrix?. Ab 14 Jahren."

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Der 13j?hrige Theodore ?berlebt eine folgenschwere Explosion in einem New Yorker Museum. Dabei ger?t das ber?hmte Bild des Carel Fabritius aus 1654 in seine H?nde. "Diese beiden Elemente werden von nun an sein Leben bestimmen: wie in einem andauernden Schockzustand keine wirklich ?eigene? Entscheidungen zu treffen ? wobei der physische und psychische Treibsand durch Alkohol und Drogen gen?hrt wird -; und das Bild, gleichzeitig Faszination und Quell der Angst, denn je l?nger er es unrechtm??ig beh?lt, desto unm?glicher wird eine R?ckgabe. Donna Tartt dreht langsam, aber unerbittlich Sartre?s Zitat ?die H?lle, das sind die anderen? um ? jeder w?lzt sich im eigenen Abgrund. Das hei?t, nur die ?B?sen?, Skurrilen, Au?enseiter, weil einzig sie noch gegen die unl?sbare Frage des Lebens ? Zufall oder Vorbestimmung ? anrennen; die ?Guten? bilden nur den Rasen, auf dem gespielt wird ? Die Geschichte, die lange fast ereignislos dahinflie?t, gipfelt in einem blutigen Showdown, der eines De Niro w?rdig ist, und versiegt in einem hilflosen Monolog, der vergeblich Optimismus beschw?rt. Donna Tartt?s gleichwohl packender Roman l?sst sich literarisch (noch) nicht einordnen und ihre Stilmittel bleiben unklar. Behauptet der Erz?hler, er k?nne sich an diesen oder jenen Namen nicht erinnern, schildert er an anderer Stelle detailliertest Drogenr?usche und Wahnvorstellungen. Was sollen wir glauben? Durch Parallelen in der Geschichte ? Carel Fabritius kam durch eine Explosion ums Leben, sein Bild tritt durch eine Explosion mehr als 300 Jahre sp?ter ins Leben eines Menschen ? versucht die Autorin, auch dem Leser die Frage nach Zufall oder Bestimmung aufzudr?ngen. Eine wahrlich schwarze Geschichte ..."

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Ein Koffer auf der Flucht ? "Der zuverl?ssige Eisenwarenhandelslehrling Georg muss im Auftrag seines Chefs einen Koffer ? Geld? Geheimpapiere? Sprengstoff? fragt er sich ? ?berbringen. Doch diesmal hat er sich leichtsinnigerweise von einem Werbeplakat ablenken lassen, der Bus ist dahin, der Termin verpasst. Da bleibt nur die panische Flucht vor dem drohenden Zornesgewitter und etwaigen anderen unangenehmen Folgen. Zugegeben, anfangs ist es nicht ganz leicht, sich durch das dicht wuchernde Gestr?pp von Adjektiva durchzuk?mpfen. Doch dann entrollt sich ein wahrer Slapstickfilm vor dem Leser: Georg, um unerkannt zu bleiben, klaut einer Vogelscheuche das Sakko, f?hrt nackt querfeldein Motorrad, l?sst sich eine Haarverl?ngerung (?Lockig braun, bitte!?) verpassen. Leider fehlt es ihm an Orientierungssinn ? ?ber eine Leiche stolpert er auch noch - , so landet er bald wieder dort, von wo er aufgebrochen war, Verwicklungen mit dem anderen Geschlecht inbegriffen. Wer also die slapstickartige Komik der Stummfilme sch?tzt, wird diese Buch mit gro?em Vergn?gen lesen."

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Literatur mit Seefahrt zu vergleichen mag nicht der neueste literarische Coup sein: der Autor als Kapit?n, der Leser als Teil der Besatzung, Inseln, Entdeckungen, Ablegen und Ankommen. "Das h?bsche quadratische B?chlein von Brigitte Schwens-Harrant und J?rg Seip ist auch eher ein unterhaltsamer Literaturquiz ? in den Text sind kursive gesetzte Zitate eingestreut, am Ende jedes Kapitels folgt die ?Aufl?sung? in Form einer Liste der herangezogenen Texte und Publikationen. Pippi Langstrumpf, die Bibel, Cervantes, Foucault und nat?rlich Joseph Conrad werden da fr?hlich ausgesch?pft; Max Aub setzt Positionslichter; Theodor Storm befestigt den Literaturdeich. Flann O?Briens ?Auf Schwimmen-zwei-V?gel? ist gar ?eine Fibel des Meuterns?. Auch Schriftsteller, die einem nicht so gel?ufig sind, gilt es zu entdecken ? wobei die Befriedigung, Zitate, S?tze, Abs?tze zuordnen zu k?nnen, ?berwiegt. Man ertappt sich sogar bei der ?berlegung, ob statt ?Seefahrt? ein anderes Raster ebenso funktionierte ...Wahrscheinlich k?nnte man (fast) jedem Zitat ein anderes entgegenhalten oder es in einen anderen Kontext einbauen. Aber lassen wir uns doch auf diese Reise ein, es lohnt sich! "

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Ein h?chst vergn?gliches ?Abfallprodukt? der intensiven Besch?ftigung mit Gr??en der modernen Klassik wie Thomas Mann, Nabokov, Musil ? um nur einige zu nennen ? hat der in Berlin lebende Autor und Literaturkritiker Michael Maar zusammengestellt. Ihr gemeinsamer Nenner? Alle waren sie intensive Tagebuchschreiber. Und dieser Besch?ftigung mit sich, der Zeit, oder einem k?nftigen Leser geht Maar auch in die Jahrhunderte zur?ck und entwickelt dabei seine verschiedenen Kategorien der Diarien. Er stellt dabei ausgew?hlte ?Seiten? - seien sie nun typisch oder au?ergew?hnlich, langweilig oder skurril ? in ihren zeitlichen, historischen Rahmen (Beschreibung von Hinrichtungen!) und kommentiert geistreich, lakonisch, sp?ttisch, aber immer h?chst treffend. Zu Walter Benjamin bemerkt er etwa, dass ?wahrscheinlich noch seine Einkaufszettel literarische Pretiosen waren?. Oder wir erfahren von Samuel Pepys, der als junger Mann neun Jahre lang fast t?glich Tagebucheintragungen verfasste, von einem im England des 17. Jahrhunderts exotischen Getr?nk aus China, der gro?en Pest, amour?sen Eskapaden und das Durchfallen von Shakespeare?s ?Sommernachtstraum?... Empfehlung!

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Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr ? "Was unsere Gro?mutter schon leicht ironisch postulierte, gilt auch in der kleinen Welt des h?flichen, und wie er selber meint aufmerksam seine Umwelt beobachtenden ?lteren Herrn Lemuel Sears. Es hat keinen Sinn, einf?hlsam auf die j?ngere Geliebte einzugehen; es bringt nichts, verst?ndnisheischende Aussprache mit unangenehmen Nachbarn zu suchen. Und der bem?hte Dialog mit Umwelts?ndern kann sogar lebensgef?hrlich werden. Aber so ein Fl?schchen vergiftete Teryaki-Sauce bewirkt einiges! John Cheever betrachtet seine Protagonisten fast wie ein Naturforscher, unter dessen Mikroskop aus einem Insekt ein absonderliches Wesen wird, bleibt dabei aber trocken-ironisch, nie h?misch. Wunderbar, wie einem aus den kurzen, fast beil?ufigen S?tzen Bilder in Erinnerung bleiben!"

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Besuch vom Tiger "Ruths Tage in ihrem Haus an der K?ste von New South Wales ziehen seit dem Tod ihres Mannes m?de dahin. Sie hasst die Sinnlosigkeit der allt?glichen Verrichtungen, deren Notwendigkeit sie fr?her ihren S?hnen eingesch?rft hatte, als sie selber noch daran glaubte. Eines Nachts sp?rt sie einen Eindringling im Nebenzimmer ? sie wei? sofort, dass es ein Tiger, und zwar ein m?nnlicher, ist. Sie ist irritiert, aber nicht ver?ngstigt. Kurz darauf klopft die massige, t?chtige Frida mit dem wundervollen Haar, das sie so oft hingebungsvoll f?rbt, an ihre T?r. Sie stellt sich als vom Staat geschickte Betreuerin vor und nimmt Ruths Leben sofort in ihre energischen H?nde. Es kommt zum Eklat, als Ruth feststellt, dass Frida sogar ohne ihr Wissen bei ihr eingezogen ist ? Der Leser verkn?pft den Tiger, das Dschungeltier, sofort mit Ruths fortschreitender Demenz. Aber k?nnte er nicht auch die aus dem Unterbewu?tsein aufsteigende Sehnsucht nach dem Besonderen, dem Exotischen, das sie nie erlebt hatte, sein? Im spr?den Elternhaus auf Fidschi mit den Missionarseltern, Arzt und Krankenschwester, wurde ihr keine Gelegenheit gegeben, Talente an sich zu entdecken. Auch die Schw?rmerei f?r den kurzzeitigen Assistenten des Vaters bleib ? bis auf einen unvergessenen Kuss? ohne Folgen. Und so war sie sp?ter sogar stolz auf das ?Kompliment? ihres Mannes, sie sei gottlob ?ganz normal? ? Ein einf?hlsamer, subtiler, reifer Erstling ?ber ein versickerndes Leben, das keine Spuren hinterlassen wird."

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Mein Schweigen ist mehrstimmig "Die Mutter des jungen Ich-Erz?hlers ist Alkoholikerin. Er beobachtet sie mit der sezierenden Genauigkeit eines Insektenforschers, meint, dass sie ihm egal sei, und schmiegt sich doch im Stra?engraben ? wenn er es nicht geschafft hat, sie nach Hause zu bringen ? des Nachts an sie. Liegt es vielleicht an ihm, den sie ?Ballast? und ?Bastard? nennt, beschimpft, und doch manchmal im Erbrochen so etwas wie ?lieb? murmelt? Er ist nicht dumpf, im Gegenteil. Wie er sein?Ich? hin und her dreht, um den W?rtern Leben und Sinn zu geben, verr?t die Tragik einer gequ?lten, aber hochintelligenten Existenz ? erst, wenn man etwas benennen/erkennen kann, wenn es einen Namen hat, kann man es akzeptieren oder sogar dagegen ank?mpfen. Als die Mutter, schlie?lich arbeitslos und herabgekommen, stirbt und er mit der Diagnose Borderline konfrontiert wird, richtet sich sein Blick nach au?en, er braucht nicht mehr verzweifelt in seinem Inneren w?hlen. Damit werden auch die S?tze des Buches einfacher, klarer. Ein Buch, auf das man sich einlassen muss ? dann ist es allerdings aufw?hlend und bewegend."

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"Gleich hinter 'Sch?n' lauert 'Schei?e' "Der gro?artige Erstling des gar nicht mehr so jungen Verlagsleiters des Aufbau-Verlags, Gunnar Cynybulk: Gro?mutter Polina, aus der Tr?mmerfrauengeneration, brachte schon ihrem Sohn Frank , dann dem Enkel Jakob das Lesen bei, indem sie die Dinge im Haus beschriftete. F?r Frank ist in der DDR das Leben ?Kartoffeln und Quark? - er will weg. Jakob nicht ? er sieht im Westen keine Chance, als Sportler Olympiasieger zu werden. Aus diesen 3 Blickpunkten entsteht ein Bild Ostdeutschlands der 70er Jahre, das weder sentimental verbr?mt noch blo?es Feindbild ist. Bemerkenswert der Stil: breit, detailreich, witzig (?... ein bravour?ser Arsch, der sich selber applaudiert ...?) vermag er Situationen und Atmosph?re zu entrollen wie ein Film, in den man hineingezogen wird. Interessant auch die zwischengeschobenen Vernehmungsprotokolle und Spitzelberichte, die ? nach der Inhaltsangabe! - in ein Kapitel 29 ?Gluck? (sic!) m?nden. Der Roman ist nicht zwingend autobiographisch, die Grundz?ge daf?r hat der Autor dennoch in seiner Familie gefunden. Ausnahmsweise darf man den originellen Schlu?satz zitieren (manche Leser schn?ffeln ja gleich ins Ende hinein), da er eh nichts verr?t: NACH UNBEKANNT VERZOGEN."

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Ein geniales Dreigestirn "Gerade ist ein B?chlein mit dem schlichten Titel ?Franz Schubert? erschienen. Das Besondere daran: zun?chst schon einmal die Publikationsgeschichte. Das Manuskript von gerade einmal 20 Seiten hat ein literaturaffines Ehepaar ? sie Franz?sin, er Wiener ? so begeistert, dass die beiden einen Verlag gr?ndeten. Dann die Autorin: Gemma Salem, in Antiochia geborene Kosmopolitin mit franz?sischer Muttersprache (bekannt durch ihre Besch?ftigung mit Thomas Bernhard und ihre Bulgakov-Biographie) ? auf wenigen Seiten versteht sie es, aus ihrem Fundus an Kenntnissen Schuberts kurzes Leben auf eine beinahe z?rtlich zu nennende Weise darzustellen, die nicht nur junge Leser begeistern wird. Der Illustrator ihrer Geschichte: Semp?! (Meines Wissens nach das erste von ihm gezeichnete Buch, das nicht zuerst in Frankreich erschienen ist.) Es ist alles da: die Wienerische Biedermeier-Atmosph?re, die S?ngerknaben, Napoleon, Beethoven ? Gleichzeitig mit dem franz?sischen Original hat der Verlag Bernest verdienstvoller Weise eine deutsche Ausgabe (einf?hlsam ?bersetzt von Margret Millischer) herausgebracht. Tipp: sich selber ? oder anderen ? laut vorlesen ? Salem,Semp?: Franz Schubert Edition Bernest"

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Ein(fast)k?nigliches Reisetagebuch "1892, kurz vor seinem 30. Geburtstag, besteigt Franz Ferdinand ? damals noch halboffizieller Thronfolger ? das modernste Schiff der k.u.k.-Marine zu einer 10monatigen Weltreise. 1100 Seiten umfassten die urspr?nglichen Reisenotizen, die F. Gebert (Fokus, Spiegel) nun klug ausgew?hlt und kommentiert. Diese Zeugnisse ?aus erster Hand? best?tigen zwar die schwierige, nicht unbedingt sympathische Pers?nlichkeit FFs (so sein offizielles Monogramm) als misstrauischer Misanthrop und gro?spuriger Ehrgeizling mit einer selbst f?r seine Zeitgenossen befremdlichen Jagdmanie. Sie zeigen jedoch auch einen scharfen Beobachter mit sarkastischem Humor, stellenweise sgar Selbstironie, etwa wenn er in Amerika das Fehlen jeder ?Wohlfahrtsplanung? lakonisch als ?Freiheit gegebenenfalls Hungers zu sterben? bezeichnet. Und am Ende begr??t man nach einer ?u?erst irritierenden Heimfahrt auf Linienschiffen, auf denen man zum hoheitlichen Grant beitragend nur Englisch spricht, frohen Herzens die ?alte, ewig junge Kaiserstadt? ? Heftig empfohlen als ?Nebenlekt?re? zum Jahr 1914!"

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Reisen durch Amerika "Wann hat man schon Gelegenheit, einem Autor gleichen Namens zu begegnen?! Maria Leitner, geb. 1892 in Varazdin, aufgewachsen in Budapest, emigriert als Linke und J?din mit dem Fall der R?terepublik ?ber Wien nach Berlin. F?r den Ullstein-Verlag reist sie als Journalistin 3 Jahre durch die USA und berichtet ?ber die Kehrseiten des ?American dream?. Ihr erster sozialkritischer Roman ?Hotel Amerika? erscheint 1930, 1933 steht er auf der ber?chtigten Liste der zu verbrennenden B?cher. Sie ?berlebt die Flucht aus einem Lager in den Pyren?en, stirbt aber krank und vergeblich sich um die Ausreise bem?hend in Marseille. Im Hotel ?Amerika? existieren zwei Parallelwelten ? die des grenzenlosen Luxus der Hotelg?ste, davon streng abgeschirmt die Welt der Personals, allesamt Schwarze und Immigranten, die unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen als neue Sklaven ums ?berleben (und daher oft auch gegeneinander) k?mpfen. Die junge Irin Shirley, die dort als W?schem?dchen arbeitet, wird eher zuf?llig und ohne wirkliches Verstehen des gewerkschaftlichen Gedankens Wortf?hrerin des Aufruhrs, als hinter den Vorbereitungen einer pomp?sen Hochzeitsfeier dann noch ungenie?bares Essen f?r die Angestellten dazukommt ? Parallelen zu Berichten ?ber moderne ?Arbeitssklaven? (Italien, Fu?ball-WM!) fallen sofort ins Auge und geben diesem Buch eine erschreckende Aktualit?t."

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Zum Schm?kern "Teichmann, geb. 1954 in Budapest, verbrachte seine Jugend in Skandinavien, wurde Journalist, Pr?sident des schwedischen Pen-Clubs und Verlagsgr?nder. Sein 2012 ver?ffentlichter Erstling ist nun auf Deutsch erschienen. Der im Sterben liegende Erz?hler entrollt vor dem Leser die Geschichte einer sephardischen Familie, deren Wanderung auf der iberischen Halbinsel beginnt und quer durch Europa letztlich nach Oslo f?hrt. Mit orientalischer Fabulierkunst und nicht immer historischer Genauigkeit gef?hrt, begleiten wir einen ?ewigen Juden? - Moses selbst hat einem Vorfahren eine Kr?uterrezeptur f?r ewiges Leben ?bergeben ? durch 350 Jahre Familie und Geschichte, begegnen ihm sogar als Gef?hrten Robespierres und Finanzminister Franz Josephs. Am Rande der Katastrophe des Holocaust mu? allerdings auch der Humor des Autors versiegen ?"

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Ein Ermittlerduo mit Potential "Ein bizarrer Leichenfund in einem sumpfigen Waldloch: die ?berreste einer zuvor gefolterten, vergewaltigten, dann zerst?ckelten Frau. Ein Detail bringt sie in Verbindung mit einem Serienm?rder, der seinen Opfern bei lebendigem Leib Bilder in die Haut schneidet ? Der erste Thriller von Saskia Berwein reiht sich locker ein in die (endlose) Reihe von ?amerikanischen? Krimis: grausam, voll qu?lender Details, psychologisierend (wie so oft ist eine furchtbare Kindheit schuld), dabei spannend zu lesen und gut aufgebaut. Was ihn doch etwas anders macht, ist ihr ermittelndes Duo, Kommissarin Jennifer Leitner und Staatsanwalt Oliver Grohmann ? 2 Personen, die vielleicht noch etwas stereotyp angelegt, aber ausbauf?hig sind, Potenzial haben und - Gott sei Dank ? nicht bereits in ihrem ersten gemeinsamen Fall zueinander streben. Man darf gespannt sein ? die Fortsetzung ist f?r 2014 geplant!"

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Eine ganz "normale" Stra?e "Ein Kind, ein junges M?dchen, liegt im Koma. Das ist der Ausgangspunkt, von dem her Daniel Clay in seinem packenden Erstling das Neben-, Mit- und Durcheinander der Bewohner dreier benachbarter Einfamilienh?user schildert. Sie k?nnten unterschiedlicher nicht sein. Aber ob Anwalt, Lehrer oder ?Sozialschmarotzer? - eines verbindet sie, wenn auch manchmal durch Ha? und Nichtverstehen: Sie alle k?nnen dem Drummond Square nicht entkommen ? Kompromi?los und mit frappierendem Einf?hlungsverm?gen schildert Clay seine Protagonisten, ohne dabei jedoch zu verurteilen, er zeigt, da? ?das B?se? oft nur aus Dummheit resultiert, oder aus falscher Einsch?tzung und Mi?verst?ndnis ?"

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Eine verlorene Welt "Wem der Name der Autorin bekannt erscheint: Sie spielte schon eine wichtige Rolle in der gro?artigen Chronik der j?dischen Familie Ephrussi, in die sie 1899 als ?lteste Tochter von Viktor von Ephrussi hineingeboren wird, zusammengesetzt von ihrem Enkel Edmund de Waal (?Der Hase mit den Bernsteinaugen?). Obwohl emanzipiert, polyglott und brillant, erscheint keiner ihrer Roman ? 2 auf Deutsch, 3 auf Englisch verfasst ? zu ihren Lebzeiten. Nun ist Edmund de Waal auch die Herausgabe dieses Buches, versehen mit einem luziden Nachwort von Sigrid L?ffler, zu verdanken. Wien in den 50er Jahren. Die ersten Emigranten kehren zur?ck in eine Stadt, die noch mit Kriegswunden ?bers?t ist: Professor Adler aus Heimweh ? trotz seines wissenschaftlichen Erfolgs in Amerika ist er dort nie heimisch geworden; Marie-Theres, blutjung und melancholisch, in der Hoffnung auf Identit?t in der Heimatstadt ihrer Mutter; der Dollarmillion?r Kanakis auf der Suche nach Amusement. Die Wege der Protagonisten kreuzen sich, der dramatische H?hepunkt wird auf einer der gl?nzenden Soireen Kanakis?stattfinden ? "

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Ein (Brett)Spiel der anderen Art "Das Verh?ngnis beginnt, als Martin, der Hermaphrodit, die Visitenkarte seiner bewunderten Klavierlehrerin weitergibt. Kurz danach ist sie tot, ermordet, und er der Hauptverd?chtige... Die schlangenf?rmig angelegten Felder des ?G?nsespiels? (ein Brettspiel f?r 2-6 Personen) symbolisieren den menschlichen Lebensweg ? hier sind sie zu kurzen Kapiteln geworden. Es ist spannend mitzuerleben, wie die ?Mitspieler? sich selber sehen, dann mit den Augen des Gegen?ber betrachtet werden und so f?r den Leser Kapitel f?r Kapitel an Gestalt gewinnen. Der Kriminalfall wird fast nebenbei gel?st. Die interessanteste Figur, die Ermittlerin Liliane Hoffmann, k?nnte durchaus mit einem gelungenen Zug in ein n?chstes Buch ?berwechseln!"

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Bezaubernd "Die kleine Catherine lebt mit ihrem Vater in Paris. Die schlechten Augen hat sie von ihm, die Lust am Tanzen von ihrer Mama, einer Primaballerina, die allerdings ganz weit weg ? in New York ? lebt. In der Ballettschule mu? sie die Brille abnehmen und sieht dann die Welt ganz anders, wie im Traum, ohne Ecken und Kanten ...F?r Kinder ab 9, aber auch f?r Erwachsene, die vielleicht Elemente aus Patrick Modianos eigener Biographie entdecken! Von Semp? zauberhaft illustriert, erschien das franz?sische Original bereits vor mehr als 20 Jahren unter dem Titel ?Cath?rine Certitude? und ist in dieser Form von Lesern, die bereits den ?Petit Nicolas? f?r sich entdeckt haben, zu bew?ltigen."

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Lesbares in der Wiener Buchhandlung INTU.books

INTU.books – Naturwissenschaft in Buch kondensiert

INTU.books – Architektur, Belletristik und Science4Kids

Auf eine 50 Jahre lange Tradition blickt die

Buchhandlung INTU.books in Wien

Wiedner Hauptstraße 13, nahe der Technischen Universität Wien zurück. Im Sommer 2012 ist eine grundlegende Veränderung in der Buchhandlung INTU.books erfolgt, das Sortiment wurde vom reinen naturwissenschaftlichen Fachbuch auf das gesamte Buchsortiment ausgeweitet.

Bauingenieurwesen, Architektur

Heute bietet sie nicht nur Architekten und Bauingenieuren eine reiche, in Wien einzigartige Auswahl an naturwissenschaftlichen Büchern in der Buchhandlung INTU.books in Wien, auch das literaturaffine Publikum und der neugierige, experimentierfreudige Nachwuchs kommen auf ihre Kosten.

Reiseführer, Französischsprachige Literatur

Egal ob Sie gärtnern wollen, Guides für Ihre Reise brauchen oder auf der Suche nach neuen Rezepten sind, Sie werden in allen Bereichen in der Buchhandlung INTU.books in Wienfündig. Auf ein anspruchsvolles Niveau wird hoher Wert gelegt, aus der Fülle an Büchern werden jene herausgefiltert, von deren Qualität die Buchhändlerinnen überzeugt sind. Was nicht lagernd ist, wird schnell und unkompliziert bestellt. Beratung und persönliche Betreuung werden großgeschrieben in der Buchhandlung INTU.books in Wien. Der Buchversand ist ebenso möglich wie die Bestellung eines Abos in derBuchhandlung INTU.books in Wien.

INTU.books & shop – Naturwissenschaft in Buch kondensiert samt Geekstuff

Bei

INTU.books&shop

wird die Tradition des Fachbuchhandels besonders für Wiener Naturwissenschafter und Techniker gepflegt. Direkt im TU Bibliotheksgebäude, Wiedner Hauptstraße 6, finden Interessierte eine einmalige Fülle an Fachbüchern zu IT, Mathematik, Physik, Chemie und Elektronik. Cooles Merchandise zum Thema , Geekstuff, runden das Angebot in derBuchhandlung INTU.books & shop, Wienab.

INTU.paper für den technischen Modellbedarf

Und sollte Bedarf an hochwertigem Büromaterial sein, dann schaut man einfach bei INTU.paper auf der Wiedner Hauptstraße 8-10, 1040 Wien vorbei. Bei uns findet ihr ausgewählte Produkte von hervorragender Qualität, eine breitgefächerte  Auswahl an Graupappen, Finnpappen, Fotokarton, Tonpapier, Spiegelfolie, Velourpapier, Fein-Micro-3D-Wellpappen, Bristolkarton, Passepartoutkarton, Schaumstoffplatten, Grafikboards, Balsaleisten, Balsabrettern, Schneidematten, Schneidelinealen, Heißklebepistolen, Sprühklebern.

Naturwissenschaft für Kinder als Buch: Science4Kids

INTU.books

macht es sich mit seinem Schwerpunkt

Science4Kids

zur Aufgabe, Kinder an die Wissenschaft, besonders Naturwissenschaft und Technik heranzuführen. Kindgerechte Aufbereitung und spielerische Vermittlung mithilfe von Büchern sollen Kindern ab dem Vorschulalter im Zugang zu Naturwissenschaft und Forschung in der Buchhandlung INTU.booksfördern.

Science4Kids: Technik praxisnah und kindgerecht vermittelt

Unser Büchertisch ist bei der jährlichen KinderUni im Sommer an der Technischen Universität ein fixer Bestandteil. Hier können sich die jungen StudentInnen über das aktuelle Angebot an Büchern und Experimentierkästen zu Naturwissenschaft und Technik informieren und auf Wunsch Buchbesprechnungen für unser Portal Science4Kids in der Buchhandlung INTU.books verfassen.

INTU.books

Wiedner Hauptstraße 13, 1040 Wien www.intu.at, www.facebook.com/INTU.Books.Paper.Shop

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