Macht man sich so seine Gedanken über die Welt und die Gesellschaft, dann stellt sich Irritation ein. Egal ob es nun die von vielen gelesenen Gratisblätter sind, die Versprechungen der Marketingsabteilungen, die Gutmenschen, die uns in ihrem Sinne zu besseren Menschen umerziehen wollen oder die unendliche Verblödungsmaschinerie von Facebook und Konsorten – überall sieht man sich letzten Wahrheiten gegenüberstehen und nirgends entdeckt man eine kritische Urteilskraft.

Also was tun?

Vielleicht ist schon etwas getan, wenn man sich vor den Gerechten ängstigt, die Missionare flieht, die Konsequenten meidet, die Alleswisser hinterfragt. Denn ihnen allen fehlt eines: Selbstkritik und Zweifel. Wenn nicht mehr hinterfragt wird, dann wird vieles verschleiert und verschwiegen.

Klar, Aufklärung erfordert Arbeit und kritisches Denken. Das ist anstrengend, das erfordert Zeit, das macht die Dinge kompliziert. Literatur kann helfen, den Horizont zu erweitern. Halten wir uns z.B. ab und zu die Aufforderungen großer Autoren vor Augen.

Karl Kraus etwa, der nichts anderes als eine Trockenlegung des weiten Phrasensumpfes im Sinne hatte, Bert Brecht, der uns auffordert, nicht so romantisch zu glotzen oder auch Ingeborg Bachmann, die überzeugt war, dass die Wahrheit dem Menschen zumutbar ist, auch wenn sie schmerzt.

 

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Nachdenken über das 20. Jahrhundert

von Judt, Tony
Zusammen mit Timothy Snyder; Übersetzt von Matthias Fienbork
416 Seiten; 220 mm x 152 mm
2013 Hanser, Carl
ISBN 978-3-446-24139-8
Verfügbar oder lieferbar in 48 Stunden


Preis: 25.60 EUR (inkl.USt.) 
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Hauptbeschreibung
Das 20. Jahrhundert war das Zeitalter der politischen Visionen. Die unversöhnlichen Konflikte zwischen Kommunismus, Liberalismus und Faschismus hinterließen auch in Tony Judts Familie tiefe Spuren: seine Cousine starb in Auschwitz, sein Vater war Marxist, er selbst begeisterte sich für die Kibbuz-Bewegung in Israel, erlebte 1968 in Paris, das neoliberale Großbritannien unter Thatcher und schließlich, 1989, das Ende des Kommunismus in Europa. In seinem letzten Buch verbindet der 2010 verstorbene Historiker, unterstützt von seinem Freund Timothy Snyder, kenntnisreich und kritisch die persönliche Erinnerung mit einer Bilanz der großen politischen Ideen der Moderne. Ein Buch, das selbst Geschichte machen wird.





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