Sind wir Buchhändler Verwegene? Sind wir Träumer? Kämpfen wir Don-Quichotte mäßig gegen Windmühlen? Oder sind wir einfach nur Feiglinge, die die Realitäten der Welt 2.0 nicht sehen wollen?

Mag alles sein ? und dennoch wird einigen von uns nicht zu helfen sein. Wir sind und bleiben Kämpfer. Nicht gegen etwas, sondern für etwas. Nämlich für den Erhalt von unabhängigen Buchhandlungen, für den Respekt vor Lesern und Autoren, für das Individuum, nicht den Algorithmus "Mensch", für die Kultur und die Lebendigkeit in den Städten.

Je mehr Mitkämpfer wir nach dem Motto "Read global, buy local" gewinnen können, desto vielfältiger wird auch unsere Welt bleiben.
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Der Kalte
Roman

von Robert Schindel
660 Seiten; 204 mm x 135 mm
2013 Suhrkamp
ISBN 978-3-518-42355-4
Sofort verf├╝gbar oder abholbereit
lagernd, Filiale Wiedner Hauptstr. 13


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Besprechung
"Es gibt ├╝berhaupt kaum Gute in diesem Buch, und damit ist eine seiner wesentlichen St├Ąrken benannt: Von moralischenSchwarz-Wei├č-Kontrasten, die etwa das antifaschistische Lager in glei├čenden Lichterganz und seine rechten Opponenten in d├╝sterste Schatten tauchte, h├Ąlt sich Schindel fern."Bruno Jaschke, Wiener Zeitung 16.02.2013

Langtext
├ľsterreich in den "Waldheimjahren" zwischen 1985 und 1989. Drei "Kulturk├Ąmpfe" toben nebeneinander und sind doch untrennbar miteinander verbunden: der Kampf um einen neuen Staatspr├Ąsidenten, der Kampf um ein Antifaschismusdenkmal und der Kampf um "das" Theater, "die Burg". Und inmitten dieser Auseinandersetzungen k├Ąmpft ein Einzelner, k├Ąmpft gegen das Vergessen und Verdr├Ąngen der NS-Zeit: der Spanienveteran und KZ-├ťberlebende Edmund Fraul. Dieser Fraul ist das Zentrum aller Bewegung: Dem Lager nie entkommen, bis ins Mark kalt, merkt er selbst, dass er Gef├╝hle nicht ├Ąu├čern, nicht einmal sp├╝ren kann. Bis er auf seinen ziellosen Wanderungen durch Wien einem ehemaligen KZ-Aufseher begegnet und mit ihm ins Gespr├Ąch kommt: ├╝ber Auschwitz. In seinem lang erwarteten zweiten Roman nach "Geb├╝rtig" f├╝hrt uns Robert Schindel erneut in den Wiener Kosmos: in eine Welt politischer, k├╝nstlerischer und menschlicher Gegens├Ątze, Feindschaften, Amouren, Bindungen und Zerrei├čproben. In ein Geflecht von Trag├Âdien und Liebesgeschichten, die so gut gl├╝cklich enden k├Ânnen wie t├Âdlich. Figurenreich und vielperspektivisch ist dieser Roman, weltst├Ądtisch und detailverliebt, so k├Ąmpferisch wie sanft und von gro├čer sprachlicher Sch├Ânheit und getragen von der Hoffnung, dass Blut und W├Ąrme einer neuen Zeit in die gefrorenen Charaktere und in den K├Ârper einer ver├Ąnderten Gesellschaft zur├╝ckkehren.

Biografische Anmerkung zu den Verfassern
Robert Schindel, geboren 1944 in Bad Hall bei Linz, ist Lyriker, Autor, Regisseur. Die Zeit des Nationalsozialismus ├╝berlebte er als Kind j├╝discher Kommunisten in Wien. Er war Wortf├╝hrer der radikalen Studentenbewegung Kommune Wien und Mitbegr├╝nder der Gruppe Hundsblume . 2009 wurde er als Professor an die Wiener Universit├Ąt f├╝r angewandte Kunst berufen. Ausgezeichnet wurde er u.a. mit dem "Erich-Fried-Preis" (1993), dem "Eduard-M├Ârike-Preis" (2000), dem "Preis der Stadt Wien f├╝r Literatur" (2003), dem "Jakob-Wassermann-Literaturpreis" (2007) und dem "Heinrich-Mann-Preis" (2014).





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