Sind wir Buchhändler Verwegene? Sind wir Träumer? Kämpfen wir Don-Quichotte mäßig gegen Windmühlen? Oder sind wir einfach nur Feiglinge, die die Realitäten der Welt 2.0 nicht sehen wollen?

Mag alles sein ? und dennoch wird einigen von uns nicht zu helfen sein. Wir sind und bleiben Kämpfer. Nicht gegen etwas, sondern für etwas. Nämlich für den Erhalt von unabhängigen Buchhandlungen, für den Respekt vor Lesern und Autoren, für das Individuum, nicht den Algorithmus "Mensch", für die Kultur und die Lebendigkeit in den Städten.

Je mehr Mitkämpfer wir nach dem Motto "Read global, buy local" gewinnen können, desto vielfältiger wird auch unsere Welt bleiben.
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Demokratie!
Wof√ľr wir k√§mpfen

von Michael Hardt; Antonio Negri
Übersetzt von J√ľrgen Neubauer
127 Seiten; 208 mm x 158 mm
2013 Campus Verlag
ISBN 978-3-593-39825-9
Sofort verf√ľgbar oder abholbereit
lagernd, Filiale Wiedner Hauptstr. 13


Preis: 13.30 EUR (inkl.USt.) in den Warenkorb  |  auf den Merkzettel



Inhaltsverzeichnis
InhaltEinleitung: Gebt die Fackel weiter 7Kapitel 1: Politisches Handeln in der Krise 15Die Verschuldeten 16Die Vernetzten 20Die Verwahrten 25Die Vertretenen 32Kapitel 2: Rebellion gegen die Krise 39Verweigert die Schulden! 41Schafft neue Wahrheiten! 45Befreit Euch! 49Verfasst Euch! 53Kapitel 3: Eine Verfassung f√ľr das Gemeinsame 57Grundsatzerkl√§rung 57Der Kampf um eine Verfassung 60Zeit der Revolte 62Gegengewalten 65Kommunikation 69Die Rolle der Minderheiten 71Eine plurale Politik 74Entscheidungen 77Verfassungsbeispiele 79Wasser 79Banken 83Bildung 86Vom Staatsbesitz zum Gemeingut 89Progressive Regierungen und soziale Bewegungen in Lateinamerika 92Eine Agenda f√ľr eine neue Gewaltenteilung 95Legislative 100Exekutive 105Judikative 109Was folgt: Die Ankunft des Gemeinen 113Literatur 121Dank 127

Kurztext / Annotation
Der Weg in eine neue GesellschaftFinanz- und Umweltkrisen haben gezeigt: Die Welt braucht eine neue politische Ordnung. In ihrer Streitschrift entwerfen Michael Hardt und Antonio Negri den Weg dorthin. Inspiriert von den weltweiten Protestbewegungen beschreiben sie das Projekt einer Demokratie von unten: Wenn wir uns den Schulden verweigern, aus der √úberwachung befreien, neue Netze politischer Information schaffen und die entleerte repr√§sentative Demokratie durch lebendige Formen der Beteiligung ersetzen, k√∂nnen wir eine neue Verfassung begr√ľnden. Eine, in der Wasser, Banken, Bildung und andere Ressourcen "commons", Gemeing√ľter sind. Auf diesem Weg k√∂nnen wir die Folgen der Finanzkrise, die dr√§ngenden Umweltprobleme und die wachsende soziale Ungleichheit √ľberwinden.

Textauszug
Die VernetztenFr√ľher schien politisches Handeln oft erschwert zu werden, weil die Menschen keinen ausreichenden Zugang zu Informationen hatten und ihre Meinungen nicht verbreiten konnten. Auch heute versuchen repressive Regierungen, den Zugang zum Internet einzuschr√§nken, Blogs und Facebook-Seiten zu sperren, Journalisten mundtot zu machen und den Zugang zu Information auf jede erdenkliche Art zu behindern. Der Kampf gegen diese Form der Unterdr√ľckung ist nat√ľrlich wichtig, und wir haben immer wieder erlebt, wie diese Barrieren schlie√ülich niedergerissen werden und sich die Medien nicht zum Schweigen bringen lassen.Uns geht es jedoch hier um das entgegengesetzte Ph√§nomen: um die Vernetzten, die unter einem Zuviel an Information, Kommunikation und Meinungs√§u√üerung ersticken. "Die Schwierigkeit ist heute nicht mehr, dass wir unsere Meinung nicht frei √§u√üern k√∂nnen", erkl√§rt Gilles Deleuze, "sondern, Freir√§ume der Einsamkeit und des Schweigens zu schaffen, in denen wir etwas zu sagen finden. Repressive Kr√§fte hindern uns nicht mehr an der Meinungs√§u√üerung, im Gegenteil, sie zwingen uns sogar dazu. Welche Befreiung ist es, einmal nichts sagen zu m√ľssen und schweigen zu k√∂nnen, denn nur dann haben wir die M√∂glichkeit, etwas zunehmend Seltenes zu schaffen: Etwas, das es tats√§chlich wert ist, gesagt zu werden." In diesem Fall ist Zuviel nicht das Gegenteil von Zuwenig, denn es handelt sich nicht um ein quantitatives Problem. Deleuze erinnert uns an das politische Paradox, das schon √Čtienne de La Bo√©tie und Baruch Spinoza beschrieben haben: Manchmal sehnen sich Menschen nach ihrer Knechtschaft, als handele es sich um ihre Erl√∂sung. K√∂nnte es sein, dass wir mit unserer freien Meinungs√§u√üerung und Kommunikation, unserem ununterbrochenen Bloggen, Twittern und Surfen die repressiven Kr√§fte eher noch unterst√ľtzen, statt uns ihnen zu widersetzen? Wie Deleuze sagt, ben√∂tigen wir zum Denken oft das Schweigen. Im Grunde ist das gar kein Widerspruch: Deleuze geht es nicht um das Schweigen an sich, sondern darum, etwas zu sagen zu haben. Politisches Handeln und Befreiung sind also keine Fragen der Quantit√§t von Information, Meinungs√§u√üerung und Kommunikation, sondern ihrer Qualit√§t.Die Bedeutung von Information und Kommunikation in Unterdr√ľckungsapparaten (oder emanzipatorischen Projekten) wird noch durch die Tatsache unterstrichen, dass Arbeit und Wirtschaft selbst immer st√§rker vernetzt sind. In den verschiedensten Formen der Produktion haben Medien und Kommunikationstechnologien eine immer zentralere Rolle eingenommen und sind entscheidend f√ľr die Kooperation, wie sie die biopolitische Produktion verlangt. Gerade in den reichen L√§ndern scheinen Kommunikation und soziale Medien viele Menschen einerseits von ihren Arbeiten zu befreien und sie andererseits an sie zu fesseln. Mit Smartphone und WLAN k√∂nnen wir √ľberall arbeiten, aber das bedeutet nat√ľrlich, dass wir inzwischen auf Schritt und Tritt arbeiten. Die Vernetzung ist mit daran schuld, wenn heute die Grenzen zwischen Arbeit und Leben zunehmend verschwinden.Diese Arbeitenden sind weniger entfremdet als vielmehr vernetzt. W√§hrend das Bewusstsein der entfremdeten Arbeiter gespalten ist, wird das Bewusstsein der vernetzten Arbeiter vom Netz verschluckt. Das Bewusstsein der Vernetzten ist also nicht gespalten, sondern zerbrochen und zerstreut. Die Medien verdammen uns nicht mehr zu Passivit√§t, im Gegenteil, sie fordern uns fortw√§hrend auf, teilzunehmen, W√ľnsche und Meinungen zu √§u√üern und unser Leben zu erz√§hlen. Die Medien sind ausgesprochen sensibel f√ľr unsere Vorlieben und Abneigungen, und im Gegenzug schenken wir ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Die Vernetzten sind daher paradoxerweise weder aktiv noch passiv, ihre Aufmerksamkeit wird nur konstant gefesselt.

Biografische Anmerkung zu den Verfassern
Michael Hardt ist Professor f√ľr Literaturwissenschaft an der Duke University Durham.





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