Macht man sich so seine Gedanken über die Welt und die Gesellschaft, dann stellt sich Irritation ein. Egal ob es nun die von vielen gelesenen Gratisblätter sind, die Versprechungen der Marketingsabteilungen, die Gutmenschen, die uns in ihrem Sinne zu besseren Menschen umerziehen wollen oder die unendliche Verblödungsmaschinerie von Facebook und Konsorten – überall sieht man sich letzten Wahrheiten gegenüberstehen und nirgends entdeckt man eine kritische Urteilskraft.

Also was tun?

Vielleicht ist schon etwas getan, wenn man sich vor den Gerechten ängstigt, die Missionare flieht, die Konsequenten meidet, die Alleswisser hinterfragt. Denn ihnen allen fehlt eines: Selbstkritik und Zweifel. Wenn nicht mehr hinterfragt wird, dann wird vieles verschleiert und verschwiegen.

Klar, Aufklärung erfordert Arbeit und kritisches Denken. Das ist anstrengend, das erfordert Zeit, das macht die Dinge kompliziert. Literatur kann helfen, den Horizont zu erweitern. Halten wir uns z.B. ab und zu die Aufforderungen großer Autoren vor Augen.

Karl Kraus etwa, der nichts anderes als eine Trockenlegung des weiten Phrasensumpfes im Sinne hatte, Bert Brecht, der uns auffordert, nicht so romantisch zu glotzen oder auch Ingeborg Bachmann, die überzeugt war, dass die Wahrheit dem Menschen zumutbar ist, auch wenn sie schmerzt.

 

science4kids
Suche
Wozu brauchen wir noch Journalisten? Reihe: Theodor-Herzl-Vorlesung

von Wolf, Armin
132 Seiten; 205 mm x 110 mm
2013 Picus
ISBN 978-3-85452-697-1
Verfügbar oder lieferbar in 48 Stunden


Preis: 14.90 EUR (inkl.USt.) 
in den Warenkorb  |  auf den Merkzettel



Hauptbeschreibung
Armin Wolf, ZiB-2-Moderator und stellvertretender Chefredakteur der TV-Information im ORF, beschäftigt sich in seinen drei Theodor-Herzl-Vorlesungen an der Universität Wien mit den dramatischen Umbrüchen in der Mediennutzung, der (neuen?) Rolle von Journalisten und mit seinem Beruf als politischer Interviewer.
Pressefreiheit ist heute nicht mehr »die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu drucken« (Paul Sethe), sondern die Freiheit von über zwei Milliarden Menschen mit Internetzugang, ihre Meinung ins Netz zu stellen. Was bedeutet das für Medienmacher, für Journalisten und für die Demokratie? Braucht es überhaupt noch professionellen Journalismus? Können traditionelle Medien noch politische Aufklärung leisten? Und warum sind politische Interviews im Fernsehen noch immer sinnvoll, auch wenn es nicht immer so aussieht?
Ergänzt und abgerundet werden die überarbeiteten und aktualisierten Vorlesungen durch Texte zum Verhältnis zwischen Medien und Politik, unter anderem durch Wolfs legendäre »Robert-Hochner-Preisrede« über journalistische Freiheit und politischen Druck im ORF.

Kurztext / Annotation
Armin Wolf über die radikalen Umbrüche in der Medienwelt: Was sich für Journalisten und für Mediennutzer ändert

Biografische Anmerkung zu den Verfassern
Armin Wolf, geboren 1966 in Innsbruck, arbeitet seit 1985 für den ORF und moderiert seit 2002 das Nachrichtenmagazin ZiB2. Der stellvertretende Chefredakteur der TV-Information war politischer Reporter und USA-Korrespondent und wurde ? vor allem für seine Live-Inteviews ? vielfach ausgezeichnet, u.?a. als »Journalist des Jahres«, mit dem Concordia-Preis und dem Robert-Hochner-Preis. Für die Verbindung seiner TV-Arbeit mit neuen sozialen Medien (Twitter, Facebook) wurde er 2012 zum »Onliner des Jahres« gewählt. Wolf hat Politikwissenschaft und Business Administration studiert (Dr. phil., MBA) und zwei Bücher veröffentlicht: »Promi-Politik« (2006) und »Image-Politik« (2007). Er unterrichtet regelmäßig an Universitäten und Fachhochschulen.





Noch kein Geschenk gefunden?
INTU-Gutscheine sind immer das Richtige! Erhältlich in unseren Filialen oder über das Internet.