Macht man sich so seine Gedanken über die Welt und die Gesellschaft, dann stellt sich Irritation ein. Egal ob es nun die von vielen gelesenen Gratisblätter sind, die Versprechungen der Marketingsabteilungen, die Gutmenschen, die uns in ihrem Sinne zu besseren Menschen umerziehen wollen oder die unendliche Verblödungsmaschinerie von Facebook und Konsorten – überall sieht man sich letzten Wahrheiten gegenüberstehen und nirgends entdeckt man eine kritische Urteilskraft.

Also was tun?

Vielleicht ist schon etwas getan, wenn man sich vor den Gerechten ängstigt, die Missionare flieht, die Konsequenten meidet, die Alleswisser hinterfragt. Denn ihnen allen fehlt eines: Selbstkritik und Zweifel. Wenn nicht mehr hinterfragt wird, dann wird vieles verschleiert und verschwiegen.

Klar, Aufklärung erfordert Arbeit und kritisches Denken. Das ist anstrengend, das erfordert Zeit, das macht die Dinge kompliziert. Literatur kann helfen, den Horizont zu erweitern. Halten wir uns z.B. ab und zu die Aufforderungen großer Autoren vor Augen.

Karl Kraus etwa, der nichts anderes als eine Trockenlegung des weiten Phrasensumpfes im Sinne hatte, Bert Brecht, der uns auffordert, nicht so romantisch zu glotzen oder auch Ingeborg Bachmann, die überzeugt war, dass die Wahrheit dem Menschen zumutbar ist, auch wenn sie schmerzt.

 

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Der gelernte Ă–sterreicher Idiotikon
Idiotikon

von Goubran, Alfred
184 Seiten; 185 mm x 115 mm
2013 BraumĂĽller Verlag
ISBN 978-3-99100-095-2
Sofort verfĂĽgbar oder abholbereit
lagernd, Filiale Wiedner Hauptstr. 13


Preis: 14.90 EUR (inkl.USt.) 
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Hauptbeschreibung
"Ich bin Österreicher" - das ist leicht gesagt, doch was bedeutet es über die Feststellung der nationalen Zugehörigkeit hinaus? - Ein Passbild ist noch keine Identität, ein Meldezettel kein ­Zuhause. Sprechen wir also über Österreich. Sprechen wir über die österreichische Identität. Sprechen wir über den gelernten Österreicher.
Der gelernte Österreicher ist nur eine Spielart des identitätslosen Menschen, der heute in allen Ländern an den Schalthebeln der Macht sitzt.
Statt den einzelnen Staatsbürger "in die Pflicht zu nehmen", der ohnehin genug damit zu tun hat, sich seine Existenz zu sichern und den gelernten Österreicher zu erhalten, fordert Alfred Goubran den "Mut der Wenigen", um den gelernten Österreicher in der Politik, in der Kultur, in der Wirtschaft, in der Öffentlichkeit in seine Schranken zu weisen. Diese "Wenigen" zeichnen sich dadurch aus, dass sie zu dem befähigt sind, was sich der gelernte Österreicher immer nur anmaßt und in dem er sich mithilfe seiner Seilschaften und Parteiungen - mit einem Wort: durch seine Macht - befestigt. Dieses "Fähigsein" aber liegt im "Eigenen" begründet. Und dieses "Eigene" ist die Voraussetzung für jede Identität.
Es ist mit eine Aufgabe dieses Buches, Referenzen und Bezüge herzustellen, die einerseits den Widerstandsgeist stärken, den Einzelnen in seinem Eigensein ermutigen und ihm andererseits ein Wissen in die Hand geben, das ihm hilft, den gelernten Österreicher in all seinen Maskierungen zu erkennen, um sich nicht von ihm für seine Zwecke verbrauchen zu lassen.
Es ist der Versuch am Beispiel Österreichs zu erinnern, was Identität sein kann und anhand des "anderen Österreichers" - den es immer gegeben hat - aufzuzeigen, wo sie noch möglich ist.

"Unter Niveau wird man bei Goubran nie bedient." - Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten

Biografische Anmerkung zu den Verfassern
Alfred Goubran lebt in Wien. Zahlreiche Publikationen, zuletzt: Ort, Erzählungen, Wien 2010; AUS., Roman, Wien 2010; Kleine Landeskunde, Essai, Wien 2011.





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