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101 Gruende ein Buch zu lesen

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Buchhändler-Tipp

von Helga Ebenkofler
INTU Books, Wiedner Hauptstraße 13

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Eine amerikanische Provinzstadt in Maine ist das Zentrum dieses Buches. Der Name "Empire Fall" ist gezielt gewählt, denn es ist ein Ort, an dem alles den Bach runtergeht. Hunderte Analysen über jene Menschen, die gerade Trump gewählt haben, vermögen nicht so eindringlich und unvoreingenommen die Gründe für diese Wahl zu erklären wie diese Geschichte.
Obwohl bereits 2001 in den USA veröffentlicht und erst jetzt übersetzt, gilt das, was Russo über den vielschichtigen Mikrokosmos Kleinstadt zu erzählen hat nach wie vor. Er bringt uns diese Welt der Unzufriedenen, Loser, Gestrandeten und von der Globalisierung heimgesuchten Menschen so nahe, dass wir sie einerseits verstehen können und mit dem Urteilen sehr vorsichtig werden, aber andererseits uns auch sehr bewusst werden, welche verheerenden Folgen Verharren im Jetzt-Zustand, Antriebslosigkeit, Lieblosigkeit, Vernachlässigung und Wegsehen haben können.
Die Ursache verortet der Autor u.a. in der Dummheit der Menschen, die stets nur ihren eigenen "gottverdammten Träumen"nachhängen, sich selbst belügen, aber nicht die Kraft dazu aufbringen, an ihren Träumen zu arbeiten, bzw. nicht verstehen, dass Geschichte, auch die ganz eigene, gemacht wird.

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Die 50er Jahre waren sogenannte Lawinenjahre. Nie gesehene Massen an Schnee führten in den Alpen zu gefährlichen Lawinenabgängen mit all den tragischen Folgen für die Bewohner der Bergdörfer. In einem dieser Winter spielt der Großteil des Buches. Ein junger Wiener Historiker will sich eine Auszeit in einem Tiroler Bergdorf nehmen und wird hineingezogen in eine Welt archaischer Strukturen, verschlossener Menschen und in eine große – vielleicht auch nur eingebildete – Liebe.
Der Vorarlberger Autor Gerhard Jäger vermag aber die typischen Stadt/ Provinz Klischees zu vermeiden, vielmehr erzählt er mit großer Sensibilität für seine Figuren in einer poetischen, sehr plastischen Sprache von Entfremdung, Desillusionierung und der Wucht der Natur, der der Mensch nichts entgegenzusetzen hat.
Mag die Geschichte, die die Hauptfigur Max Schreiber rückblickend erzählt, auch eine düstere, eine harte sein, so schimmert doch immer wieder etwas Schönes und Hoffnungsvolles durch und findet ein versöhnliches Ende.
Empfehlenswert ist dieses Buch allemal.

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Die schottischen Highlands, ein altes Herrenhaus, ein gastfreundliches, adeliges Ehepaar und ein ziemlich verhaltensauffälliger Pfau spielen in diesem Buch eine Rolle. Wenn dann noch eine Gruppe gar nicht so naturverbundener Banker zwecks Teambuilding dazukommt, dann kann als Ergebnis eine pointenreiche, schwarzhumorige Geschichte herauskommen, die ganz im Sinne von "always look on the bright side of life" erzählt wird.
Eine Parodie auf so manche Lebenssituation, kurzweilig und charmant.

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Sechs Jahre lang hat Garth Risk Hallberg an diesem monumentalen Buch gearbeitet und es ist ein herausragendes literarisches Debüt geworden.
Der Ort der Handlung ist das New York der 70er Jahre, als die Stadt noch nicht politisch korrekt, sondern schmutzig, anarchisch und wild war. Die Protagonisten stammen aus den verschiedensten Milieus. Hochfinanz, Mittelstand, Punker, Hippies und Boheme sind vertreten und werden mit großer psychologische Raffinesse in ihrem jeweiligen Lebensbereich und den Verknüpfungspunkten zueinander beschrieben. Die Liebe zum Detail macht das Buch zwar sehr umfänglich, aber jede Seite ist es wert gelesen zu werden und ergibt in ihrer Summe das Bild von dysfunktionalen Familien in einer dysfunktionalen Stadt wider.
Dass es dann trotz allem irgendwie weitergeht, ja dass es sogar manch einen Hoffnungsschimmer gibt, das mag an dieser grandiosen Stadt liegen oder auch am Wunder "Mensch".

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Bürgerkriege sind Kriege zwischen Stadt und Land, zwischen der urbanen und ruralen Bevölkerung. Diese These sei eine Keimzelle des Romans, sagt Juli Zeh über ihr neues Buch.
Es ist ein komplexes Beziehungsgeflecht in das wir hineingeführt werden, ein Psychogramm einer Gemeinschaft, die eigentlich gar keine mehr ist, eine scheinbare Idylle, in der der Gestank nicht nur von brennenden Autoreifen her rührt. Ob zugezogene Städter oder über Generationen im Dorf lebende Menschen – sie alle interessiert letztlich nur das eigene Ego, die persönliche Macht oder die erträumte Selbstverwirklichung. Es gibt viel Klatsch und viele Gerüchte, jeder meint alles über die kleine, übersichtliche Dorfgemeinschaft zu wissen und weiß dabei über den anderen eigentlich gar nichts.
Es ist Zehs großes Können, dass sie jeder Figur eine eigene Stimme gibt und jeder Gerechtigkeit widerfahren lässt. Sie zeigt, dass einerseits alles vom jeweiligen Standpunkt her betrachtet seine Logik und Berechtigung hat und dass andererseits trotz allem so etwas wie eine Gemeinschaft durch eine gemeinsame Vergangenheit entstehen kann. Aber sie zeigt auch wie zerbrechlich und selbstzerstörerisch letztere sein kann. Und all das erzählt sie ohne Schnörkel, ohne das sonst so oft in deutschen Romanen zelebrierte Pathos und die gewollte, verkrampfte Tiefsinnigkeit.
In einem Interview sagte die Autorin, dass sie den Wunsch hatte, einen großen Gesellschaftsroman nach den amerikanischen Vorbildern Franzen, Roth oder Updike zu schreiben, der die Subjektivität einzelner Menschen und die Objektivität des aktuellen Gesellschaftszustand verbindet. Fraglos ist ihr das mit "Unterleuten" gelungen.

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Reisen als Abenteuer im Kopf.
Der Kulturhistoriker Ernst Strouhal hat etwas unternommen, was bisher noch unerforscht war – und das Ergebnis ist nicht nur schön und spannend sondern auch spielbar. 63 Spiele aus den verschiedensten Ländern aus den letzten beiden Jahrhunderten geben einen Eindruck über die kulturhistorische Dimension der geographischen Spiele und laden den homo ludens gleich ein, aktiv zu werden.

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1916 erblickte im Züricher "Cabaret Voltaire" eine neue Kunstrichtung das Licht der Welt."Gadji beri bimba glandridi laula lonni cadori" war da zu hören und diejenigen, die mit solchen und ähnlichen Lautgedichten auf den Irrsinn und die Absurdität des Krieges hinweisen wollten, nannten ihren Stil fortan Dada.
Hundert Jahre später sind Gewalt, Krieg und Chaos immer noch in der Welt präsent. Somit u.a. ein guter Grund sich zum Jubiläum wieder einmal mit den Dadaisten auseinanderzusetzen. Einen sehr guten Überblick bekommt man dabei im soeben erschienenen, von Andreas Trojan zusammengestellten Buch "Dada Almanach". Die herausragenden Autoren sind dort vertreten und neben der Denkarbeit, die sie uns abfordern, kann es auch ab und an richtig Spaß machen, die Gedichte und Ready Mades zu lesen.
Aber: Seien Sie auf der Hut vor Dada ( Tristan Tzara).

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Nicht nur das Cover dieses Buches ist ausnehmend gut gelungen, es ist auch ein ganz großer Roman, den die zwei Buchdeckel umhüllen. Facettenreich, intelligent, tiefgründig und suggestiv sind nur einige Beschreibungen, die auf "Euphoria" zutreffen.
Lily King geht weit in die 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück und lehnt ihre Geschichte eng an das Leben der Anthropologin Margaret Mead an. Auf der Suche nach "neuen", noch nicht entdeckten Völkern und deren Lebensweise prallen die drei starken Egos der Hauptprotagonisten - eine Frau, zwei Männer - aufeinander. Das läuft ebenso wenig konfliktreich ab wie das Leben unter den Naturvölkern. Immer wieder wirft das Fremde auf die eigene Person zurück, führt zur Erkenntnis, dass man nicht einmal seinen Allernächsten kennt, geschweige denn die Denkweise eines fremden Volkes. Eine sehr kompliziert verlaufende Dreiecksgeschichte tut dann noch ihr übriges dazu.
Im unaufdringlichen und ungekünstelten Verwischen der Grenze zwischen Realem und Fiktionalen, gelingt der Autorin eine stimmige, dichte Atmosphäre zu schaffen und den Leser bis zur letzten Seite nicht zu enttäuschen.
Der Dschungel Neuguineas mag dabei auch eine Metapher für den Dschungel im Menschen sein.


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In drei Bänden erzählt Tim Parks vom Aufstieg eines skrupellosen Hochstaplers in Verona. Das was Mister Ripley kann, kann der Englischlehrer Morris Duchworth noch viel besser und mit noch mehr Talent.
Er ist von der eigenen Genialität felsenfest überzeugt und seine moralische Untadeligkeit ist seiner Meinung nach lupenrein. Wenn er also ein Durchschnittsleben führen muss und seine ökonomischen Möglichkeiten am unteren Niveau sind, dann können nur die anderen schuld sein.
Selbstverständlich muss das also geändert werden. Die Ziele lauten demnach: aufsteigen in die bessere Gesellschaft Veronas, reich werden, sich gut verheiraten. Erpressung, Entführung und Mord sind dann eben die unvermeidlichen Kollateralschäden. Es ist der Zweck, der die Mittel heiligt.

Subtil, mit viel schwarzem Humor beleuchtet der britische Autor das Leben eines narzisstischen Glücksritters und spielt dabei voller Vergnügen mit italienischen und britischen Klischees. Der Leser lässt sich davon mitreißen und folgt dem Protagonisten mit Sympathie und Abscheu gleichzeitig auf seinen Weg nach oben.
Band 1 und 2 sind bereit erschienen, Band 3 erwarten wir für September.

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Es ist das London der 70er Jahre, in dem vier junge talentierte Menschen aufeinander stoßen und durch ihre Leidenschaft zu Theater und Schauspiel zusammengeschweißt werden. Oft gemeinsam, manchmal aber auch gegeneinander suchen sie ihren Weg im glitzernden und noch von gesellschaftspolitischen Ambitionen geprägten Theatermilieu von West End.
Sadie Jones überzeugt in diesem Roman nicht nur mit viel authentischer Atmosphäre, es gelingt ihr auch, die Protagonisten in nüchterner Distanz und doch voller Einfühlsamkeit in ihren Entwicklungen und Veränderungen sich selbst, den anderen und der Gesellschaft gegenüber zu beschreiben. Jeder von ihnen ist auf seine Weise gefangen durch seine Wünsche und Ziele und doch frei durch die Träume und den jugendlichen Elan, diese zu verwirklichen.
"Jahre wie diese" ist ein mitreißendes Buch, voller erzählerischer Kraft und eleganter Prosa. Mit diesem mittlerweile vierten Roman ist der Autorin ein ganz großer Wurf gelungen.

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Dass es ein Arbeits-Ich und ein Nicht-Arbeits-Ich gibt, ist keine neue Erkenntnis, aber nicht oft entstehen aus dieser Tatsache Bücher wie dieses.
Kathrin Spoerr beobachtet in kleinen Miniaturen all diese Menschen, die den Tag miteinander verbringen, ohne eine Ahnung zu haben, wer der Kollege/die Kollegin eigentlich ist.
Wer vermutet schon mit einem Messie zusammen zu arbeiten, wer würde sich wirklich für den kranken Sohn des netten Kollegen interessieren? Die Aussteigerphantasien, die dann doch ziemlich naiv sind, kann man höchstens mit Gleichgesinnten austauschen und wer würde schon verstehen, dass man anhand einer neuen - natürlich smarten - Waschmaschine wunderbar über Freiheit und eigene Entscheidungen räsonieren kann?
Manchmal tun sich Abgründe auf in diesen individuellen Geschichten, manchmal sind sie einfach nur witzig und manchmal sehr bitter. Lesenswert sind sie alle und das im Buch beschriebene konsequente Ende mag wohl für so manch einen die zumindest literarische Erfüllung eines Traumes sein.

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Wer sind die Menschen hinter außergewöhnlichen Leistungen, geehrt mit dem Nobelpreis? Dieser Frage geht der Fotograf Peter Badge seit nunmehr 14 Jahren nach. Auf der Suche nach Bildern haben sich Gespräche ergeben, die die Ausgezeichneten von Ihrer ganz privaten Seite zeigen. Und es stellte sich heraus, dass es für sie auch ein Leben neben ihrem Fachgebiet gibt. Sie sind vielseitig interessiert, jederzeit unersättlich nach Wissen, Erkenntnis und Austausch mit anderen. Und jeder wird somit dem Lichtenberg'schen Bonmot zuzustimmen, wonach der, der "nichts als Chemie versteht, auch die nicht recht versteht".
Es ist ein erkenntnisreiches Vergnügen, dieses Buch zu lesen.

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Der Philosoph Huizinga hat den Mensch als "homo ludens" bezeichnet und das Spiel als tragendes Element der Kultur definiert.
Eine kurzweilige Lektüre dazu, dass auch Schriftteller sich mit diesem Thema intensiv auseinander gesetzt haben, bietet das Buch "Das Lesebuch der Spieler". Aus den unterschiedlichsten Gattungen der Literatur hat der Autor Stefan Wilfert jene gewählt, die ihm subjektiv am besten gefallen haben bzw. sehr exemplarisch sind.
Klassiker wie Dostojewski, Zweig oder Nabokov sind ebenso in den 30 Beispielen enthalten wie die Krimiautoren Fleming, Deaver und Vallgren. Einige besondere Gedichte runden das Buch ab, das um Glück, Leidenschaft, Strategie und Täuschung kreist.

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Ohne Klischees beschwört John Williams in "Butcher's Crossing" den Wilden Westen herauf: hart, schmutzig und brutal.
Es ist die Zeit um 1870, die großen Büffelherden sind bereits abgeschlachtet, aber es soll ein Tal in den Rocky Mountains von Colorado geben, wo noch kein Jäger gewütet hat, wo noch eine riesige Herde grasen soll. Vier Männer machen sich auf den beschwerlichen Weg und so entbehrungsreich die Umstände sind, so reichhaltig ist ihr Jagdglück als sie das Tal endlich finden.
Am Ende aber werden nicht nur tausende von Tieren tot sein, auch einer der Männer überlebt den Jagdzug nicht. Und für die drei anderen wird nichts mehr so sein wie vorher.
Dies ist der zweite Roman Williams', der bei dtv erscheint. Er ist völlig anders als "Stoner" und doch sehr ähnlich in den Grundgedanken. Auch wenn es in "Butcher’s Crossing" wesentlich mehr Handlung gibt, so liegt das Hauptinteresse des Autors auch hier in der existentialistischen Frage des menschlichen Seins und der Frage, was das Leben ausmacht. Die Charakterisierung der Personen, das Milieu, die Landschaft und die Gesellschaft, in dem/der sie leben sind überaus klug und genau gezeichnet, lesend riecht, spürt und sieht man die Orte, an denen der Roman spielt, vor dem inneren Auge. Äußerst widerwillig klappt man das Buch am Ende zu, denn es wird eine schwierige Suche werden eine gleichwertige Nachfolgelektüre zu finden.
Ein Männerbuch? Vielleicht.
Ein grandioses Buch? Ganz sicher.


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Ein literarisches Meisterwerk ist "Unterwerfung" nicht, man muss die Qualitäten dieses Romans abseits von Sprache, Stil und Stringenz suchen. Dann aber wird man fündig. Dieses Buch ist eine Bestandsaufnahme eines saturierten, moralisch wie gesellschaftlich verfallenden Landes - wobei Frankreich nur exemplarisch für die Europäische Union steht. Kaum ein anderer Autor denkt die Folgen eines implodierten politischen Systems, in dem Aufklärung und Laizismus gescheitert sind, so radikal und ohne sich um political correctness zu kümmern wie Michel Houellebecq.
Er demaskiert alles und jeden: den trostlosen Macho, dessen einziger Trost „ der Arsch einer Frau“ ist, den Akademiker, dem Geld und Posten wichtiger sind als ein freies, rationales Denken, den zynischen, machtbesessenen Politiker, der sich hinter sozial – oder christdemokratischen Reden versteckt, bis hin zu all jenen (und das sind bei dem Autor fast alle), die die Ideen „ Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ nur noch als Worthülsen gebrauchen, da sie alle die kantianische Bürde der "Pflicht gegen sich selbs" nicht mehr zu tragen gewillt sind .
Alles und jeder ist im Würgegriff des Kommerzes, die Kultur hat kapituliert. Angesichts dessen liegt die Zukunft im Rückschritt zu einer religiös normierten Gesellschaft. Nun ist es halt der Islam, aber es stellt sich nicht wirklich die Frage, ob die Unterwerfung unter einen islamischen Gott recht viel anders ist als unter einen christlichen. Hauptsache die Mühen des kritischen Denkens werden dem einzelnen abgenommen, Hauptsache er findet Zufriedenheit im kleinen, spießigen Glück.
Das Fazit? Houellebecq ist ein Misanthrop, ist voller Häme, ist ein Provokateur, aber es drängt sich schon die dringende Frage auf, ob er nicht in allem allzu recht hat.
Das Buch geht uns an – und das ist seine Qualität.

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Arno Geiger ist ein Autor, der erwiesenermaßen alles kann, und das auch noch richtig gut.
Ob episch breite Familiengeschichte, Ehepaar in Beziehungskrise oder dem Abgleiten in die Demenz, Geiger findet immer den richtigen Ton, kann sich bestens in seine Figuren hineinversetzen.
Nicht anders ist es im neuen Buch, in dem er einen 22jährigen Studenten über den Sommer erzählen lässt, der seinem Leben eine Wende gibt. Langweilig ist dieser junge Mann, ein bisschen lethargisch und anachronistisch wie das Titel gebende Flusspferd. Vor allem aber ist er ein Suchender, einer der sich eingesteht, dass er so vieles nicht versteht in dieser Welt.
Leicht kommt dieser Roman daher, schwerelos, leicht wie der Sommer und manchmal hat man den Eindruck, als ob dem Buch die Tiefe fehlen würde, als ob es ein nicht gerade gut gelungener Roman wäre für einen Autor dieses Kalibers. Darüber reflektierend wird allerdings klar, dass er es wahrscheinlich genau so wollte, weil er damit die Sicht- und Lebensweise von Julian aufs genaueste trifft.
Für die Momente der Langeweile, die sich ab und zu eben deswegen einschleichen, entlohnt uns dann der Autor wieder mit Passagen von großer poetischer Kraft oder so schönen, lyrischen Sätzen wie "ich falle in die Dornen des Lebens".

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Rebus is back- was zu erwarten war, da uns eben dieser Rebus sehr lange Zeit unseres Lebens als Krimileser begleitet hat und beim Autor viel zu viele Beschwerden eingegangen sind, nachdem er ihn mehr oder weniger in Rente geschickt hat.
Natürlich sollte man einer Romanfigur nicht nachweinen, aber es ist gut so, dass wir mit "Schlafende Hunde" wieder einen soliden, spannenden, ohne extreme Brutalität auskommenden, vielmehr auf die Intelligenz des Lesenden setzenden Krimi in der Hand haben.

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Dieses Buch mutet manchmal wie ein Anachronismus an und doch rührt wohl die immense Kraft genau daraus. Ich würde es ein zeitloses Buch nennen, da es nichts anderes als die philosophische Frage stellt, wann ein Leben geglückt ist.
Karg und entbehrungsreich ist das Leben des Andreas Egger, doch auch mit Momenten von Schönheit und Größe. Als ungeliebtes "Arbeitstier" wächst das Kind bei einem Bauern auf, entwickelt sich zu einem starken jungen Mann, der aus den Verhältnissen ausbricht und als Seilbahnarbeiter sogar eine kleine Karriere macht. Die Frau, die er liebt und heiratet verliert er, wie sein eben fertig gestelltes Haus, durch eine Schneelawine, Krieg und russische Gefangenschaft erträgt er stoisch und am Ende seines langen Lebens klagt er niemanden an, weder die Gesellschaft noch das Schicksal. Er sieht sich nicht als "Erleidenden", sein Selbstverständnis ist das eines "Lebenden" und "Kämpfenden".
Es ist ein stilles Buch, der Autor ist ebenso wortkarg wie sei Protagonist, die Sprache ohne Schnörkel; nichts Überflüssiges, nichts Plauderhaftes stört den Erzählton oder nimmt dem Tiefgründigen seine Tiefe. Fast könnte man sagen, hier wird nichts anderes getan, als über ein Leben kommentarlos berichtet. Aber dieser Bericht ist grandios, ist absolut heraus zu heben aus der großen Masse an zuletzt erschienenen Romanen.





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In einer einfühlsamen Geschichte erzählt die Autorin am Beispiel des irischen Einwandererkindes Niamh über ein mir zugegebenermaßen bisher völlig unbekanntes Kapitel in der Geschichte der USA. Meinten wir bisher, dass das Phänomen, Kinder mehr oder weniger als Sklavenarbeiter an Bauern oder Handwerker zu vergeben, wäre in der westlichen Zivilisation des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ein europäisches gewesen, so lernen wir mit diesem Buch, dass es auch in den USA sehr wohl bekannt war ( die Sklavenarbeit der Schwarzen ist natürlich ein ganz anderes Kapitel ).
Zwischen 1854 und 1929 gab es die sogenannten Orphan Trains, mit denen Waisenkinder oder Straßenkinder von der Ostküste in den Mittleren Westen gebracht wurden und dort von Farmern, Kaufleuten oder Handwerkern ausgewählt wurden, um im besten Fall adoptiert, in den meisten Fällen jedoch um als billige Arbeitskraft missbraucht zu werden.
Was dieses Buch ausmacht, sind die genauen Recherchen der Autorin und die gut gelungene Verbindung der Geschichte von Niamh zu Molly in der Gegenwart. Da die Romanfiguren sehr gut und realistisch gezeichnet sind, soll der zu pathetische, ziemlich typisch amerikanische Schluss verziehen werden und dem Buch eine Empfehlung ausgesprochen werden.

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Maryam aus Ägypten, Amira aus Tunesien, die mit einer ganz besonderen Aura ausgestattete Madame Lilla und die namenlos bleibende türkische Erzählerin machen sich in einem klapprigen Mercedes auf, um die Wüste von Tunis nach Beirut zu queren. Es wird ein Roadmovie ins Unbekannte, manchmal auch Wundersame.
Vor allem aber erzählt Ece Temelkuran in ihrem zweiten Roman von Frauen und Freundschaft, in diesem Fall speziell auch, was es heißt, sich als arabische bzw. muslimische Frau durch das Leben zu schlagen und eine eigene Position zu findenin einer patriarchalischen Gesellschaft. Sie erzählt von den Hoffnungen dieser Frauen auf den Arabischen Frühling und von der nachfolgenden Desillusionierung.
Sehr gekonnt wechselt die Autorin zwischen märchenhaften Szenen und der harten, aufrüttelnden Wirklichkeit.
Der Titel des Buches bezieht sich im übrigen auf den 4. Vers der Koransure al-Falaq,
einem Vers über den Schutz vor" bösen Weibern".

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Das Leben, schreibt Josè Saramago, ist eine Krake mit vielen Tentakeln und "ganz gleich, wie viele man durchschneidet, einer bleibt immer übrig und hält uns am Ende fest."
Welcher Art diese Tentakeln sein können, wie schwierig oder leicht das Durchschneiden bzw. das Festgehaltenwerden sein können, beschreibt der Autor in seinem Erstlingswerk.
Als knapp Dreißigjähriger hat er das Manuskript in den 50er Jahren den Verlagen angeboten - und wurde abgelehnt. Als es ein Verlag 40 Jahre später und nur ein Jahrzehnt vom Literaturnobelpreis entfernt, doch zu veröffentlichen gedachte, wollte Saramago nicht mehr. Erst nach seinem Tod ist "Claraboia" 2011 erschienen und alles, was diesen großartigen Schriftsteller ausmacht, ist sichtlich im Debüt schon enthalten. Die Vielschichtigkeit, die tiefe Melancholie - der Fado lässt grüßen -, das Sinnieren über den Zustand der Welt, die starke Zeichnung der Romanfiguren, die oft Verlorene und Unverstandene, immer aber Irrende und Suchende sind und nicht zuletzt die wunderbare, feine Ironie.
Der Kreis hat sich mit diesem Buch geschlossen und nur mit Bedauern legt man es aus der Hand; mit dem Wissen, dass es nie wieder etwas von diesem Autor geben wird, der so schöne Gedanken formuliert, wie jenen, dass das Leben "hinter einem Vorhang lauert und sich kaputtlacht darüber, wie sehr wir uns bemühen, es kennenzulernen."

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Bindungen

Die Beziehungen zwischen Irland und den USA waren immer schon ganz besondere. Vor allem bekannt sind uns die Auswanderungswelle während der irischen Hungersnot und die Rolle der Iren, die im Amerikanischen Bürgerkrieg mitgekämpft haben. Andererseits hatten die Amerikaner eine wichtige Funktion in den Friedensverhandlungen zwischen Iren und Briten. Klar, dass so etwas nachhaltige Bindungen schafft.
Von solchen erzählt Colum McCann in seinem neuen Roman. Drei historische Eckpunkte werden mit dem Schicksal dreier Frauengenerationen verknüpft, die gleichzeitig Symbole der „conditio humana“ sind, in der die Bandbreite von größter Mitmenschlichkeit bis zu Grausamkeit reicht.
Ein gestochen scharfer, eleganter Erzählstil tut sein übriges, um aus diesem Buch ein absolut empfehlenswertes zu machen.

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Erkenntnisreich und packend

Ein literarisches Ereignis war dieses Buch in den USA, bei uns ist der Autor völlig zu Unrecht noch weitgehend unbekannt. Philipp Meyer hat vor 4 Jahren mit seinem ersten Buch „Rost“ ein grandioses Debüt hingelegt und sich dann viel Zeit gelassen mit dem Nachfolger. Und das war gut so, denn herausgekommen ist auch diesmal ein beeindruckender Roman, der sprachlich, stilistisch und inhaltlich überzeugt.
Es geht im Prinzip um 200 Jahre amerikanischer Geschichte, beginnend mit der „weißen“ Eroberung Texas’ , dem konfliktreichen, manchmal auch befruchtenden Zusammenleben der verschiedenen dort beheimateten Volksgruppen, zieht sich über die ersten Ölförderungen mit all den Konsequenzen für Land und Mensch und endet in der Gegenwart, in welcher das Erbe verwaltet und gehegt werden soll.
All das ist verknüpft mit dem Clan der McCulloughs, die Meyer aus verschiedenen Perspektiven erzählen lässt. Entsprechend ist der Facettenreichtum und dementsprechend werden die unterschiedlichsten Beweggründe und Lebensansichten deutlich.
Dreck, Schmutz, Gier sind jedoch allenthalben präsent, nur ab und zu leuchtet so etwas wie Humanismus und aufgeklärtes Denken auf. Insofern verschönert der Autor nichts, politische Korrektheit interessiert ihn nicht und hehre Klischees schon gar nicht, auch wenn es viel um den Begriff "Ehre" geht.
Ja, Philipp Meyer versteht es, Illusionen und Idealisierungen zu demaskieren – aber auch das macht dieses Buch zu einem Meisterwerk.

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Glück des Lesens

"Eigentlich braucht man zu Karl-Markus Gauß nichts mehr zu sagen. Seit Jahren bereichert er uns mit Geschichten, Geschichte, Glossen und Essays. Sein Augenmerk liegt dabei immer auf dem, was am Rande passiert, was nicht überall schon bis zum Abwinken in gleichartiger Weise abgehandelt ist. Sein Stil ist wunderbar geschliffen, nahe dem Feuilleton und auch im Zorn und der Polemik nie den feinsinnigen Ton verlierend, seine Beobachtungen und Gedanken immer anregend, immer dem Bedeutsamen im Marginalisierten nachspürend.
Von vielen wird er als Nachfolger der großen literarischen Weltbeobachter des 20. Jhs. bezeichnet, von Canetti, Roth, Polgar. Im gerade eben erschienenen Buch kann man dies gut nachvollziehen. Es ist eine Sammlung ausgewählter Publikationen aus 20 Jahren Schreibtätigkeit, die nicht nur in die Gedankenwelt des Autor Einblicke gewährt, sondern auch dazu anregt, mal wieder darüber nachzudenken, was das Wesentliche sein könnte und wofür es sich zu streiten lohnt.
In diesem Sinne: haben wir ab und zu Spaß an Peinlichkeit und am Erröten in dieser Welt der grassierenden Selbstentblößung (S. 64 ff) und vor allem: bilden wir uns selbst eine Meinung, denn das kann aufregender sein, als mit der Herde mitzulaufen."

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Ein literarischer Krimi

"Raues Klima, exzentrische Charaktere, anspruchsvolle Sprache und ein intelligenter Handlungsverlauf kennzeichnen diesen Krimi, der ab und zu ein wenig an „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ erinnert.
Es ist das Debüt der amerikanischen Autorin Elisabeth Elo und kann nicht anders als „ empfehlenswert gelungen“ bezeichnet werden. Neben der eigentlichen Krimigeschichte, deren Schauplatz die Küste New Englands ist, gibt es eine verwickelte, ziemlich komplizierte Familiengeschichte und eine ökologische Hintergrundgeschichte, deren Thema die Überfischung der Meere und das Brechen internationaler Verträge zum Umwelt- und Artenschutz ist. Sehr bezeichnend für das amerikanisch/russische Beziehungsgeflecht sind ihre ironischen Seitenhiebe, über das Bild, das die jeweilige Nation über sich und über die andere hat.
Abseits von Krimiklischees und stereotypen Figuren haben wir hier ein Buch in der Hand, das mit differenziert ausgearbeiteten Charakteren , mit einem facettenreichen Handlungsstrang und mit Spannung sowieso überzeugt."

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Über die Geschlossenheit offener Räume

"Ein Spiel mit Realitäten, ein Text zu Möglichkeiten, eine halluzinatorische Reise – all das ist dieser schmale Roman des auch ansonsten recht umtriebigen, österreichischen Autors.
Elias, die Hauptfigur des Romans, driftet am Rande der Gesellschaft dahin, Traum, Erinnerung und Wirklichkeit fließen nicht nur bei ihm ineinander, auch der Leser ist nie ganz sicher, was wirklich passiert und was die Fieberträume des jungen Mannes ausmachen. Eine geplante Reise zum Meer endet in den Bergen und mag so eine Metapher dafür sein, dass der Wunsch nach Weite und Offenheit in den Engen des Ichs endet. Letztendlich ist Elias ein Mensch im Übergang, einer derjenigen, die „an den Rändern und im Ungesicherten“ leben.
Das auszuhalten ist mutig, viel Kraft erfordert es allemal, aber es tun sich ganz neue, überraschende Perspektiven auf. Ob es sich lohnt, muss jeder für sich entscheiden. Tatsache ist, dass dieses Buch erhöhte Aufmerksamkeit vom Leser fordert und, sofern er sich darauf einlässt, Goubrans dichte Erzählung weiteren phänomenologischen Reflexionen Tür und Tor öffnet."

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Der verzweifelte Kampf

"Zwei österreichische Größen des Literaturbetriebes, der Autor Erich Hackl und die Literaturwissenschaftlerin Evelyne Polt-Heinzl, haben detektivische Arbeit geleistet und eine Anthologie veröffentlicht, die literarische Texte zum österreichischen Bürgerkrieg 1934 versammelt.
Es ist richtig, dass Literatur emotional und parteiisch ist, aber einmal mehr erkennt man beim Lesen dieser Erzählungen und Romanausschnitte, dass sie allemal spannender und plastischer ist, als es Fakten und Zahlen der Geschichtswissenschaft je sein können. Diese Texte von bekannten Autoren wie Jean Amèry, Anna Seghers oder Jura Soyfer, in der Mehrzahl jedoch von lange schon vergessenen Autoren(deren Wiederentdecken sich lohnt), vermitteln die Widersprüchlichkeiten und Empfindungen, die Verzweiflung und die Hoffnungen jener Menschen, die sich in diesen 3 Tagen gegenüberstanden und aufeinander geschossen haben.
Ein empfehlenswertes Buch sowohl für literarisch wie auch historisch interessierte Leser."

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Genialität

"Bizarr, phantastisch, surrealistisch und doch mit einem hohen Grad an Realismus; unheimlich, Grauen erregend, grotesk und doch voller Ironie – das sind die Bilder von Franz Sedlacek.
Was ihnen allen gemeinsam ist, ist eine tiefe Einsamkeit und Melancholie. Man beginnt beim Betrachten die Heidegger’sche „Geworfenheit des Menschen“ zu verstehen.
Ein genialer Maler, der nun auch in einer großen Ausstellung im WIEN MUSEUM entdeckt werden kann und deren Besuch unbedingt zu empfehlen ist.
Genauso empfehlenswert ist das dazu erschienene Buch, das bei INTU zu haben ist."

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Denken mit Schroeder
"Wir sind an einem Wendepunkt angekommen", stellt Renèe Schroeder im Prolog ihres neuen Buches fest. Die Probleme, die in einer globalisierten, auf reines Wachstum ausgerichteten Welt zu bedenken sind, kennen wir alle, aber gibt es praktikable Lösungen dagegen? Ist eine sozial gerechte, nachhaltige und entschleunigte Lebensweise für den homo sapiens möglich?
Schroeder und ihre Co- Autorin Ursel Nendzig überlegen sich, wie es möglich sein kann, Menschen zur Rettung ihrer Welt anzustiften. Sie tun das manchmal provokant, manchmal wissenschaftlich, manchmal sehr nachdenklich und dann, wenn Schroeder die Vergleiche aus der Welt der Biochemie anstellt, auch äußerst faszinierend. Immer aber für eine breite Leserschaft gut verständlich und in einem Ton, als säße man sich im Kaffeehaus gegenüber und tausche Gedanken aus.
Thesen und Gegenthesen werden geprüft, angenommen oder verworfen und in Folge eine Reihe von Werten zwar als unabdingbar, aber nie mit Absolutheitsanspruch formuliert. Insofern hinterlässt dieses Buch den Eindruck mehr als eine “Weltrettungsanstiftung“ eine „Anstiftung“ zum Denken“ zu sein, den Mut zu haben, aus der Platonischen Höhle ab und zu mal hinaus zu gehen und sich zu informieren, was es außerhalb dieser Höhle sonst noch gibt. Dann können das Denken und der Entscheidungsprozess beginnen.

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Taumel in die Moderne

Aus aktuellem Anlass zum 1. Weltkrieg ist aus der Fülle der dazu erschienenen Bücher unbedingt "Der taumelnde Kontinent" von Philipp Blom zu empfehlen. In bester britischer Tradition, die Sachthemen nicht nur spannend sondern auch sehr plastisch darzustellen vermag ohne dabei an Wissenschaftlichkeit einzubüßen, beschreibt der Autor jene ersten 14 Jahre des 20.Jahrhunderts, die für Europa den Eintritt in die Moderne bedeuten.
Aufbruchstimmung und Desorientierung bestimmen gleichermaßen diese Jahre, sind Folgen gewaltiger Veränderungen in Gesellschaft und Wissenschaft. Technische Erneuerungen, revolutionäre Erkenntnisse in den Naturwissenschaften, Künstler, die völlig neue Wege beschreiten, das zunehmende Aufbegehren der Arbeiterklasse und die beginnende wirtschaftliche Globalisierung sind die Zeichen des Aufbruchs in eine neue Zeit.
Bloms Verdienst ist es, unter Einbeziehung zahlreicher Details und Facetten, eine lebendige und informative Gesamtschau Europas geschrieben und dabei historische Parallelen und Zusammenhänge zur Gegenwart nicht außer Acht gelassen zu haben. Mit diesem Buch kann der Leser die Erregung und die Unsicherheit erahnen, die diesen taumelnden Kontinent letztlich unweigerlich in den "Großen Krieg" geführt haben.

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Im Sumpf gefangen

"Spanien im Bauboom war das Thema im Roman“ Krematorium“. Das neue Buch des Autors ist nun sozusagen die gesellschaftspolitisch reale Fortsetzung, denn bekanntlich ist die Immobilienblase geplatzt und hat eine Menge Elend und Frust hinterlassen. In „ Am Ufer“ nähert sich Chirbes diesem Geschehen in literarische Weise auf hohem Niveau.
Ein paar Männer sitzen zusammen, spielen Karten, reden und klagen über die Entwicklungen, die sie auch persönlich getroffen haben. Der Vater kann seinen Kindern keine Schuljause mehr mitgeben, der Tischler ist pleite gegangen und kann seine Leute nicht mehr bezahlen, der Zerfall ist überall sichtbar und die Zukunft schaut ziemlich düster aus. Scheinbar also der Roman zur Krise. Aber Chirbes ist viel mehr. Er verhandelt in diesem Buch die historischen Ursprünge ebenso wie die großen Themen der Vergänglichkeit, des Todes, der Schuld. Er ist bitter im Ton und ernüchtert vom menschlichen Tun und vermag trotzdem mehr als manch anderer Autor diesem menschlichen Streben und Dasein Verständnis entgegen zu bringen.
Kein Roman, den man zu Unterhaltung liest, aber ein Roman, den zu lesen es sich allemal lohnt."

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Asien auf Erfolgskurs

"Von der „Rache des Ostens“ schreibt Pankaj Mishra in seinem neuen Buch. Die neue Stärke des asiatischen Kontinents ist Fakt, aber es stellt sich die Frage, was der “Osten“ ist? Gibt es dieses Gegenstück zum „Westen“ überhaupt? Wo ist ein gemeinsames Wertesystem wie es der Westen mit der Tradition der Aufklärung hat, auf der dieser seine Stärke und Macht aufbaut?
Ausgehend von der demütigenden Erfahrung der Kolonialisation, nähert sich der Autor diesen Fragen anhand von drei wichtigen historischen Persönlichkeiten: dem charismatischen Gelehrten Jamal al Din al Afghani, dem Intellektuellen Liang Qichao und dem Dichter Rabindranath Tagore. Fesselnd und sehr erkenntnisreich erzählt Mishra aus deren Leben und von deren Einfluss auf das asiatische Denken und damit auf Gesellschaft und Politik.
Ein glänzend geschriebenes Buch, das den Schlüssel dazu liefert, das heutige Asien und seine zunehmende globaleVormachtstellung zu verstehen."

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Ein Mensch

„Was hast du denn erwartet“, fragt sich William Stoner am Ende seines Lebens. Es war das Leben eines Gescheiterten, muss er sich selbst eingestehen, hatte aber doch seine Momente des Glücks und der inneren Ruhe und vor allem hatte es eine große Liebe, die unzerstörbar war, nämlich die Liebe zur Literatur.
„Stoner“ ist erstmals 1965 erschienen, jetzt erst in deutscher Sprache verlegt worden und sicher eines der besten Bücher in diesem Herbst. Es ist ein leiser, ein langsamer Roman, der das Drama eines mittelmäßigen Lebens erzählt, das Schicksal eines modernen, entwurzelten Menschen, der sich zwar vom Farmerjungen zum Literaturdozenten hochgearbeitet hat, dessen Siege aber sehr gering und sehr klein sind angesichts der unzähligen, zermürbenden Niederlagen. Und dennoch gibt dieser Mensch nicht auf, stellt sich vielmehr mit Stoizismus und Rechtschaffenheit der Welt. Man mag es als naiv bezeichnen, wie er sich gegenüber seiner gefühlskalten Frau, seiner sich von ihm entfremdenden Tochter, seiner Geliebten oder seinen intrigierenden Institutskollegen verhält, man möchte ihn manchmal aufrütteln in seiner Trägheit – und doch versteht man ihn, leidet und freut sich mit ihm. Alles in allem kann er als Sisyphos im Camusschen Sinn begriffen werden.
Williams hat einen ungeschönten Roman geschrieben, der gerade deswegen intellektuell wie auch emotional berührt, einen vollkommenen Roman, wie in der NY Times Book Review zu lesen war.

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Die Krise vor dem Krieg

"Wie sehr die Geschichtsschreibung Interpretationssache ist, beweißt einmal mehr diese große Studie zur Vorgeschichte und zum Beginn des 1. Weltkrieges. Aus Clarks - ziemlich einsichtiger - Sicht, war es nicht so, dass der „aufgeregte Teenager“ Wilhelm II der vornehmliche Kriegstreiber war, dass die Weltmachtambitionen Deutschlands Hauptschuld am Ausbruch des Krieges hatten. Vielmehr, so der britische Historiker, sollte man einmal die ganze Kette von Ursachen von ihrem Ende her analysieren und die Verstrickungen in gegenseitige, sehr fragile Bündnisse, die Aggression der serbischen Führung gegen das Habsburgerreich, die ständigen Wechsel in den diversen Außenministerien, die oft unberechenbaren Monarchen Europas und deren Diplomaten und Minister, die je ihr eigenes Süppchen gekocht haben, genauer unter die Lupe nehmen.
Die Ansätze und Thesen, die Clark in seinem Buch vorstellt, laufen letztlich darauf hinaus, dass der Beginn des ersten großen Krieges im 20. Jahrhundert die Folge von verhängnisvollen Fehlern und Irrtümern war. Und das hat durchaus Parallelen zu Umbrüchen, Nationalismus und Schwerfälligkeiten politischer Systeme in der Gegenwart. Insofern ist das Buch in zweierlei Hinsicht unbedingt empfehlenswert."

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Originell

"Man kann eine Reise machen oder man kann sich Literatur zulegen, man kann sich aber auch einfach Karten ansehen, um die Welt zu erforschen, zu entdecken und zu verstehen.
Ganz besondere Karten sind in diesem Buch zu sehen: eine Auswahl von Kartographen, Designern und Illustratoren stellen uns ihre ganz persönliche Interpretation von Ländern und Städten vor und nehmen uns mit auf Reisen in Unentdeckte."

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Damals im Sommer

"Literatur kennt keine „mathematischen“ Wahrheiten, Literatur kann aber Möglichkeiten und Perspektiven zeigen, kann auf diese Weise sehr wohl erkenntniserweiternd sein. Norbert Gstrein hat mit seinem neuen Buch genau diesen Aspekt aufgegriffen und nähert sich der Frage an, wie Extremismus entstehen kann, wie leise und unscheinbar oder wie laut und fanatisch er sein kann. Wer trägt Mitverantwortung, welche Rolle spielen Bezugspersonen, Vorbilder und nicht zuletzt Bücher?
Der Autor erzählt rückblickend aus der Sicht eines Lehrers, der im Fahndungsfoto der Polizei einen ehemaligen Schüler erkennt. Das, was als Selbstbefragung beginnt, nimmt bald allgemeinere, gesellschaftspolitische Züge an und findet doch letztlich keine endgültig befriedigende Antworten. Was ist nun erträglicher für einen reflektierenden Menschen: anders sein, aus der Reihe tanzen oder doch ein normales Leben führen und einer von „ den Kaspern werden, die den ganzen Schwachsinn am Laufen halten“?
Gstrein überlässt es dem Leser, sich diese Fragen selbst zu stellen – und das ist gut.
Elegant in Stil und Form, nie laut, aber doch auf der metaphorischen Ebene in die Welt hinausschreiend, und immer mit einem Zweifel zwischen den Zeilen für das Behauptete, ist hier ein großartiger Autor herangereift, dem man jede Menge Leser wünscht."

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Ein gewaltiges Epos

"Ein Tipp für alle, die „A Game of Thrones“ geliebt haben: lest Steven Erikson. In seinem 14teiligen Epos „ Das Spiel der Götter“ beschreibt er eine Welt voller Magie, bewohnt von verschiedensten Völkern und Göttern, durchzogen von Kämpfen, die sich nicht nur auf gesellschaftlicher Ebene sondern auch auf individueller abspielen.
Mindestens genauso ausgeklügelt wie im“ Lied von Eis und Feuer“ die Handlung, die Charaktere ebenso vielschichtig, die Kämpfe um Macht und Einfluss noch härter und vielfältiger, beschert uns Erikson ein gewaltiges Epos der High Fantasy, in dem alles stimmt. Der mythologische Rahmen passt ebenso wie die darin spielende komplexe Geschichte, die Spannung bleibt aufrecht, das Wechselspiel zwischen Aktion und Reflexion ist ausgewogen und die Sprache ist gut, ist sogar um einiges besser als bei G.R.R. Martin.
Auch Tolkien , der Meister der Gattung, lässt grüßen.
Empfehlung für Fantasy- Leser: unbedingt lesen."

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Eine großartige Entdeckung

„Das Büro“ ist ein ganz außergewöhnliches, ja ein wunderliches Buch, wie man es nur sehr selten in der Hand hat. Der niederländische Autor erzählt darin von nichts und doch gleichzeitig von allem, man kann den Roman als Parabel auf die Arbeitswelt eines Universitätsinstitutes lesen oder als kafkaeske Soziologie des Büroalltags, man kann sich über den Bürowahnsinn wundern oder über die Langeweile staunen - alles ist möglich in diesem 800 Seiten Werk.
Im Grunde kann noch nicht einmal eine Inhaltsangabe gegeben werden, da nichts passiert, außer die üblichen Streitereien, das übliche Gejammer und Klagen, die üblichen Beziehungen zwischen den einzelnen Mitarbeitern. Aber genau darin ist die Grandiosität des Autors und das Wunderliche des Buches zu suchen. Besser als Heerscharen von Krimiautoren versteht es Voskuil, Spannung zu erzeugen und mit den Figuren der Dinge, die da kommen - oder eben nicht kommen - entgegen zu fiebern. Erstaunt konstatiert man immer wieder, dass man Seite um Seite mit Neugierde verschlingt, das Buch kaum aus den Händen geben will und dem Beck- Verlag sehr böse sein wird, sollte er die 6 weiteren Teile dieses Mammutwerkes nicht veröffentlichen.
Die eher schlichte Sprache ist in diesem Falle gar kein Problem, da sie, versehen mit einer gehörigen Portion Ironie und gelegentlich sehr sarkastischen Einschüben, auf eine tiefere Ebene verweist, auf der uns das Allzumenschliche, das Absurde, das Subtile entgegenblitzt.

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Familiengeheimnisse

"Jenny Brodal feiert ihren 75. Geburtstag - oder vielmehr wird sie gegen ihren Wunsch dazu gedrängt, ihn zu feiern. Siri, ihre Tochter, will ein großes Fest veranstalten und reist mit ihrem Mann, einem Schriftsteller in Schreibkrise, und ihren beiden Töchtern aus Oslo an. Begleitet werden sie von Mille, einer 19jährigen, die sich um die Kinder kümmern soll. Doch während des Festes verschwindet Mille spurlos und lange nachdem die Suche nach ihr aufgegeben worden ist, dauern die Verwerfungen, die das Verschwinden verursacht hat, an.
Jedes Mitglied der Familie hatte zu ihr eine ganz eigene, komplexe Beziehung und der vorläufig nur angenommene Mord lässt tief verborgen geglaubte Gefühle, nie überwundene Verletzungen, Ängste und Unsicherheiten, kurz: viel Verschwiegenes aufleben.
Aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt Linn Ullmann von den Untiefen dieser Familie. Dabei ist sie nie wertend, das, was sie will - und exzellent beherrscht - ist, Schicht um Schicht die einstudierten, notwendigen oder auch verlogenen Fassaden abzutragen, um das Darunterliegende frei zu legen. Ihre Ambition ist, die Handlungs- und Denkweise der Figuren aus der je subjektiven Perspektive zu verstehen und ihr Können liegt darin, dass sie uns jede Person so nahe bringt, dass man sie in ihrer Seinsweise, ihren Sehnsüchten und in ihrer tiefen Einsamkeit verstehen kann.
Ein Buch, dessen Lektüre sich in jeder Hinsicht lohnt."

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Roman noir aus dem Zeitungsmilieu

"Ein Meisterwerk in jeder Hinsicht und besonders lesenswert für alle, die in der Zeitungsbranche tätig sind.
Die jungen Journalisten Ward James und Yardley Acheman, beide mit unterschiedlichen Talenten gesegnet, als Team aber unschlagbar, bis dem einen der Erfolg allzu sehr in den Kopf steigt, versuchen einen alten Prozess neu aufzurollen. Zu beweisen wäre, dass der wegen Mordes zum Tode verurteilte Hillary van Wetter unschuldig ist. Voller Enthusiasmus und Idealismus gehen die beiden zusammen mit einer etwas sehr versponnenen Frau der Sache nach.
Vieles, was ist, scheint nicht so und vieles was scheint, ist nicht so. Wahrheit wird gebeugt, die Notwendigkeiten der Wirtschaftlichkeit einer Zeitung bestimmen auch in den 60er Jahren schon das Gewerbe und immer wieder scheitern die Einzelkämpfer, deren journalistisches Ethos noch nicht korrumpiert ist.
Desillusionierend beschreibt der immer noch als Geheimtipp gehandelte Autor eine Welt, die gar nicht so anders war, als sie es heute ist. Dexter schafft, wie im übrigen in all seinen Büchern, eine ungeheuer dichte und spannende Atmosphäre, lotet bis zu den Schmerzgrenzen aus und bleibt dabei sprachlich in einem so elegant nüchternen Stil, dass es für anspruchsvolle Leser nichts anders als pur Freude an guter Literatur ist."

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Die Kunst des Bauens

"Eine Streitschrift? Eine Mahnung? Oder einfach nur eine nüchterne Analyse? Holger Reiners, deutscher Architekt, tendiert dazu, seine Titelfrage eher zu verneinen. Mit ganz wenigen Ausnahmen, so der Autor, lassen sich die Architekten von heute viel zu sehr von wirtschaftlichen Interessen und Kalkulationen der Bauträger und Investoren gängeln und beeinflussen. Lieblos, unästhetisch und einfallslos stellen sie Gebäude hin, die weder in Landschafts- noch Stadtstrukturen passen. Es tue ihm im Herzen weh, wie Architekten „ die Menschen mit ihrem Minimalismus quälen wollen“. Die Gebäude stünden ohne „optischen Informationsgehalt“ und mit „dürftiger Symbolik“ da und vermögen nicht, mit den Menschen, die sie bewohnen oder die daran vorüber gehen, eine Beziehung einzugehen. Die Beliebigkeit werde intellektuell schön geredet, verlogen seien die Begleittexte, die lediglich eine Art Zeichendeutung sind. Der Bezug Architektur/ Gesellschaft, der letztlich ein sehr emotionaler ist, werde auf diese Weise nicht mehr durch den eigentlichen Bau hergestellt. Ohne bemerkenswerte ästhetische Reize wird auch der Beobachter zum Minimalisten des Sehens. In der Sphäre der Architekten zähle die Ikonographie mehr als alles andere und nicht umsonst, so Reimers, sei der Wert und das Gefühl der Aufgehobenheit alter Stadtstrukturen unerreicht.
Der Autor mag manchmal übertreiben, zugespitzt formulieren und die Geschichte der Architektur vergangener Zeiten etwas zu geschönt sehen, aber eine Möglichkeit zur Reflexion und Bestandsaufnahme ist das Buch allemal."

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Eine vergessene Muse

"Venedig gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Luisa, reiche Erbin eines Textilhandels, hat in den Mailänder Adel eingeheiratet und richtet sich als Gräfin Casati im Leben der oberen Zehntausend ein. Bälle, Soireen, Premieren, der Kauf von Immobilien und Luxusgüter sind der eine Teil des Alltags, die Treffen mit unzähligen namhaften Künstlern und die Gabe, diese zu zu inspirieren sind der andere Teil.
Die Marchesa Casati war ein Begriff,eine Celebrity der Belle Epoque, mit ihrem auch sehr glämurösen Auftreten und ihrer aparten Schönheit sozusagen das IT- Girl der Jahrhundertwende.Die französische Autorin de Peretti, die schon mit dem überaus feinfühligen Buch "Wir werden zusammen alt" überzeugt hat, schildert uns hier das Leben einer extravaganten und exzentrischen Frau sowohl mit feiner Ironiewie auch mit tiefgehender Einsicht in die Einsamkeit und Angst dieser Diva.Die Furcht vor der Langeweile in all dem Luxus, das Wissen vor allem wegen des Geldes begehrt zu werden und der manchmal aufkommende Ekel, von einem Exzess zum anderen zu treiben, machen Luisa Casati zu einer tragischen Figur, die dennoch den Mut aufbrachte,"morgens aufzustehen und sich dem Leben, das eigentlich keinen Inhalt hat, zu stellen."

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Ein Vater, ein Sohn

"Mit seinem Vater lebt der Junge am Rande der Gesellschaft. Es ist eine seltsame Mischung von Sehnsucht nach Menschen und Abneigung anderen Menschen gegenüber, die beide kultivieren. Engere Beziehungen sind aber sowieso nicht möglich, da sie ständig umziehen, gleichsam immer auf der Flucht vor irgendetwas, das Bengtsson nie wirklich ausspricht. Aber all das ist dem Jungen egal, er hat den Vater, den er bedingungslos liebt, den er nicht hinterfragt. Die Geschichte wird aus der Perspektive dieses Jungen erzählt, der möglicherweise "Peter" heißt, aber auch das ist in diesem großartig konzipierten Buch nicht so sicher. Vieles bleibt im Ungewissen, im Unbestimmten, vieles ist nur zwischen den Zeilen zu lesen.

Gerade das macht es aber so faszinierend und für den anspruchsvollen Leser so ergiebig. Zudem kommt eine nüchterne, unsentimentale Sprache hinzu, die in ihrer Eindringlichkeit und Klarheit doch eine Menge an Schattierungen zuläßt.

Bengtsson erzählt eine Vater/Sohn Geschichte, die manchmal weh tut, die melancholisch und tragisch ist, die aber so schön ist, dass sie einen auch nach dem Zuklappen des Buches nicht losläßt. Man muss richtig hinschauen, um zu sehen, sagt der Vater dem Jungen, nur dann sieht man das Wesentliche des Lebens, der Welt. Das ist der Leitfaden, mit dem man es lesen sollte, dann geht es tief unter die Haut, auch wenn es einiges vom Leser abverlangt."

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Der neue Roman von Hugh Howey

"Seit Generationen leben die Menschen unter der Erde. Was aber, wenn das Leben im Silo nicht das ist, was es zu sein scheint? Was, wenn der Blick nach draußen nicht durch eine Scheibe, sondern auf einen Bildschirm fällt? – Dann wird Neugier lebensgefährlich. Selbst für Juliette Nichols, die für die Sicherheit im Silo verantwortlich ist ...
Drei Jahre nach dem mysteriösen Tod seiner Frau Allison setzt Sheriff Holston seiner Aufgabe ein Ende und entschließt sich, die strengste Regel zu brechen: Er will das Silo verlassen. Doch die Erdoberfläche ist hoch toxisch, ihr Betreten bedeutet den sicheren Tod. Holston nimmt das in Kauf, um endlich mit eigenen Augen zu sehen, was sich hinter der großen Luke befindet, die sie alle gefangen hält. Seine Entdeckung ist ebenso ungeheuerlich wie die Folgen, die sein Handeln nicht zuletzt für seine Nachfolgerin Juliette hat … Hugh Howeys verstörende Zukunftsvision ist rasanter Thriller und faszinierender Gesellschaftsroman in einem. »Silo« handelt von Lüge und Manipulation, Loyalität, Menschlichkeit und der großen Tragik unhinterfragter Regeln."

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Der zweite Teil der großen Geschichte von Siebenbürgen vor dem Ersten Weltkrieg

"Nach Die Schrift in Flammen , die 2012 erstmals auf Deutsch erschienen ist: Der Erzähler Bánffy, 1921/22 Außenminister von Ungarn, später Staatsangehöriger von Rumänien, schildert die Jahrhundertwende als Zeit sich verschärfender nationaler und sozialer Gegensätze. Der liberale Idealist Bálint Abády verstrickt sich immer tiefer in eine unglückliche Liebesgeschichte; sein Neffe und Freund, der begnadete Musiker László Gyeröffy, geht willentlich und unabwendbar den Weg der Selbstzerstörung. Im Glanz der letzten Jahre der Monarchie taumelt die Welt von gestern ihrem Ende entgegen."

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Ausgezeichnet mit dem Grand Prix des Lectrices de Elle.

Wie jedes Jahr im Sommer kommen Tausende von Besuchern nach Avignon zum weltberühmten Theaterfestival im Schatten des Papstpalastes. Doch diesmal legt ein Streik der Bühnenarbeiter das Festival lahm, und während die Sonne gnadenlos auf die Stadt niederbrennt, wird eine Vorstellung nach der anderen abgesagt. Odon Schnadel ist einer der wenigen, der in seinem kleinen Theater sein Programm wie geplant spielt. Denn das Stück des unglückseligen Autors Paul Sellies, der unter mysteriösen Umständen ums Leben kam, liegt ihm besonders am Herzen. Auch Marie, Pauls traumatisierte jüngere Schwester, ist gekommen, um das Vermächtnis ihres Bruders auf der Bühne zu sehen. Doch als die berühmte Theaterschauspielerin und Odons große Liebe Mathilde Monsole wieder in Avignon auftaucht, geraten die Dinge außer Kontrolle. Denn sie alle sind Teil eines tragischen Geheimnisses, das sich um dieses letzte Werk von Paul Sellies rankt.

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Lesbares in der Wiener Buchhandlung INTU.books

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INTU.books - Architektur, Belletristik und Science4Kids

Auf eine 50 Jahre lange Tradition blickt die

Buchhandlung INTU.books in Wien

Wiedner Hauptstra�e 13, nahe der Technischen Universität Wien zurück. Im Sommer 2012 ist eine grundlegende Veränderung in der Buchhandlung INTU.books erfolgt, das Sortiment wurde vom reinen naturwissenschaftlichen Fachbuch auf das gesamte Buchsortiment ausgeweitet.

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Heute bietet sie nicht nur Architekten und Bauingenieuren eine reiche, in Wien einzigartige Auswahl an naturwissenschaftlichen Büchern in der Buchhandlung INTU.books in Wien, auch das literaturaffine Publikum und der neugierige, experimentierfreudige Nachwuchs kommen auf ihre Kosten.

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wird die Tradition des Fachbuchhandels besonders für Wiener Naturwissenschafter und Techniker gepflegt. Direkt im TU Bibliotheksgeb�ude, Wiedner Hauptstraße 6, finden Interessierte eine einmalige Fülle an Fachbüchern zu IT, Mathematik, Physik, Chemie und Elektronik. Cooles Merchandise zum Thema , Geekstuff, runden das Angebot in derBuchhandlung INTU.books & shop, Wienab.

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