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101 Gruende ein Buch zu lesen

INTU Schachbücher


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Buchhändler-Tipp

von Maria Leitner
INTU Books, Wiedner Hauptstraße 13

MitarbeiterIn

David Robinson,Filmkritiker, Chaplinbiograph und Freund der Familie, hat einen Schatz gehoben: Mehr als 30 Jahre nach Chaplins Tod wurde der Kurzroman - in mehreren Entwürfen und Fragmenten - in den "Charlie Chaplin Archives" gefunden und in der letzten Fassungen herausgegeben. Ungewöhnlich war, dass Chaplin für sein melancholisches Spätwerk "Rampenlicht" zuerst eben diese zärtlich-dramatische Erzählung schrieb, und erst viel später das Drehbuch. Im Mittelpunkt: das Mädchen Terry, das trotz aller Widrigkeiten des Schicksals zur Primaballerina aufsteigt, tief fällt, und vom alternden, dem Alkohol verfallenen Clown Calvero gerettet wird. Chaplin Stil ist nicht hochliterarisch, evoziert aber sofort (Film-)Bilder - von expressiven Stummfilm-Closeups bis tänzerisch-bewegten Strassenszenen. Parallel dazu läßt Robinson die Dreharbeiten zu "Rampenlicht" ablaufen und erschafft ein wunderbar Stimmungsvolles Bild der damaligen Music Halls, ergänzt mit unveröffentlichten Fotos. Eine Empfehlung nicht nur für Cineasten!

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Henning Mankells letztes Buch beginnt mit dem Anfang vom Ende - seiner Krebsdiagnose. Er erinnert sich an kleine Tragödien des Alltags, die er nie hatte vergessen können, obwohl - oder gerade weil - sie so sinnlos schienen, wie jetzt die Bestätigung seiner Endlichkeit. Er bemüht sich, abgeklärt zu wirken, aber Angst schimmert immer wieder durch. Er versucht, sich die Welt ohne sich, ohne Menschen überhaupt zu imaginieren und scheitert an den Grenzen der menschlichen Vorstellungskraft. "Konkret" ist da einzig die Angst vor dem Atommüll und seine innere Unruhe bringt ihn immer wieder auf das Problem der sicheren Endlagerung zurück. Der Klappentext spricht zwar vom "Mut zum Leben", aber genau gelesen offenbart der Text die nur allzu menschliche und allgemeine Angst vor dem Unvorstellbaren - dem Tod ...

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Nehmen wir die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Navid Kermani zum Anlaß, sein letztes Buch mit dem Untertitel "Über das Christentum" durchzublättern. Wer sich von seinem faszinierenden "Fischzug" durch die Poetik des Korans ("Zwischen Koran und Kafka") mitreissen und bereichern ließ, mag diese Aufsatzsammlung im ersten Moment "billig" finden: Kermani betrachtet Bilder, Fotos und Objekte der christlichen Glaubenswelt scheinbar naiv, aus der Sicht jemandes, der keine religiöse "Vorbildung" hat, oder Muslim ist (wie er selber). Doch weit gefehlt! Auf diese Weise zeigt er dem Leser, wie viel dieser - aufgrund der christlich geprägten europäischen Bildung - unbewußt "mitsieht". Das verstellt gleichzeitig den naiv-staunenden Blick, der es erlauben würde, bekannte Meisterwerke für sich neu zu entdecken. Gleichzeitig fordert Kermani durch den Kunstkniff des "unbedarften" Zugangs heraus, sowohl seine wie auch die Sichtweise des Lesers zu beurteilen, vielleicht sogar zu ergänzen. Das gelingt ihm vor allem bei der Meditation über Werke Caravaggios (wie z.B. unter der Überschrift "Wissen" zum ungläubigen Thomas, oder unter "Berufung" zum Hl. Matthäus).

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Ein Vorgeschmack auf das heurige Gastland der Frankfurter Buchmesse (falls es nicht aussteigt: der Iran hat zum Boykott aufgerufen, und Indonesien ist das muslimisch-bevölkerungsreichste Land). Laksmi Pamuntjak verknüpft in ihrem Debütroman die Geschichte eines Mädchens an der Schwelle zur Emanzipation mit dem Nationalepos Mahabharata und der Geschichte Indonesiens im 20.Jahrhundert, also den Übergang von Sukarnos "gelenkter Demokratie" zur Diktatur Suhartos. Es fällt nicht ganz leicht, in den blumigen Erzählstrom einzutauchen. Doch dann erschließt sich in faszinierender Weise die Vielfalt Indonesiens: die Liebe zu farbiger Erzählung auch im alltäglichen Leben, die gemeinsame Sprache eines Vielvölkerlandes, der Wunsch nach Fortschritt, ohne die Tradition zu verraten. Man staunt über die Vielzahl von Religionsgruppen, und wie selbstverständlich sich Geisterglaube und Totenkult auch im Islam integriert haben. Eine Nebenfigur, die in ihrer Beschreibung schmunzeln macht, ist ein Europäer - seine Ausdrucksweise und Reaktion ist halt doch von einer asiatischen Autorin entworfen...

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Mit der Genüßlichkeit des Kulturwissenschaftlers durchstreift Thomas Macho die Jahrtausende delikater Beziehung von Mensch und Schwein. Er weicht dabei geschickt der Gefahr der oberflächlichen Anthropomorphisierung aus, verführt den Leser mit der Andeutung von Doppelsinn: „nah und fern zugleich“ trifft auch auf Wien und Berlin (wo er lehrt) zu, der Untertitel - „ein Portrait“ - schmunzelt über den Autor selbst, das Kolorit der agroindustriell vorherrschenden Rasse (Large White) ähnelt dem menschlichen Inkarnat. Der Name der bibliophilen Reihe „Naturkunden“ (herausgegeben von der zoologisch versierten Judith Schalansky - „Der Hals der Giraffe“ ) deutet ein spielerisches Element an. Ob die Tabuisierung des Schweinefleischgenusses nicht auch auf solch makabrer Ähnlichkeit beruht – um nicht die Rückkehr vom Tier- zum Menschenopfer zu provozieren? Eine Hypothese, die Macho nicht ausschließt ...

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Im Tabernakel gruselt´s ... Oder: Was frißt die Maus? Es darf ruhig verraten werden, dass auch Olaf B. Rader die Frage nicht lösen wird: Ist nun der ganze Christus in der Hostie und infolgedessen im Tier, oder wandelt er sich bei diesem unheiligen Vorgang wieder in Brot? Ausgehend von einem (Hostien)Blutwunder, den Entstehungsgeschichten von Wunderorten, Juden als Feinden der ecclesia und Hostienschändungen ("Kirche zum gekochten Erlöser"!) begegnet man Mietpilgern und ihrem arg angeschwollenen Durst, Mirakeln und "Vergauckelung", Racheaktionen von nicht genug gewürdigten Wunderhostien und Auswüchsen des Ablaßhandels. Der Autor betrachtet diese Phänomene ganz neutral als Kulturwissenschaftler - die ernsthafte Schilderung der ebenso ernsthaften Überlegungen der Kleriker jener Zeit (wie das Problem der Maus)macht das hübsche Büchlein zu einem Leseschmaus.

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Wiederbelebung erfolglos ... Die DDR: Es ist das Jahr, in dem die Mauer fallen wird, Gorbatschow und Kohl auf Besuch kommen werden, Matthias Baader in der Nacht vor der Währungsunion stirbt. Doch noch zeichnet sich nichts davon im Ostberliner Villenviertel ab. Die Teenager dort begnügen sich mit dem Anarchismus der Jugend, nächtlichen Partys im Freibad. Nachbarn, die in den Westen fliehen, werden mit Unverständnis betrachtet. Das Einzige, das locken könnte, sind die verehrten Bands. Doch an Aufnahmen kommt man immer, auch wenn sie technisch nicht so toll sind. Die Jugendherberge, die in den ehemaligen Kasernen der Wachmanschaften in Buchenwald untergebracht ist, verströmt Landheim-Atmosphäre, auch wenn man beim Rummachen die Genickschussanlage und das Krematorium im Rücken hat. Doch allmählich organisieren sich die Proteste und Demonstrationen. Der Erzähler, 16 wie damals der Autor, spürt, dass man nun doch "dabei sein" sollte, um später was zu erzählen zu haben. Und woher kommen auf einmal Nazis, hier in der DDR? Neben dem lakonisch-witzigen Abgesang auf ein Land erfährt man aus den ebenso vergnüglich zu lesenden Fußnoten Einiges aus dem Verwaltungsapparat mit seinen oft skurrilen Abkürzungen.

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... und wieder ein großartiger Debutroman eines Nichtmuttersprachigen: Jan Himmelfarb, 1985 in der Ukraine geboren, studierte in Deutschland und blieb. Anders als Katja Petrowska oder Sasa Stanisic "spielt" er nicht mit der neuen Sprache, sondern beschäftigt sich mehr mit dem Sinn der Wörter und ihre Auswirkungen auf das Leben. So ist auch sein Protagonist und Erzähler ein Übersetzer aus dem Russischen, der sich selbst als "kleiner, jüdischer Sowjetbürger, der im fortgeschrittenen Alter nach Deutschland gekommen ist" bezeichnet. Geboren 1941 in einem rollenden, verdunkelten Zug ist er zu jung, um die Kriegsgräuel bewußt miterlebt zu haben. Und doch sind so viele alltägliche Dinge für ihn mit Vergangenheit, als deren Teil er sich zu fühlen versucht, behaftet: Kann man sich wirklich gedankenlos in einen Bus nach Auschwitz setzen? Wie kann sich seine Tochter, die einen Nichtjuden liebt, für eine Elite-Uni entscheiden, deren Mäzen ein ehemaliger SS-Offizier ist? In der Schilderung der Familienverhältnisse und den Beziehungen zu nach Deutschland nachkommenden Freunden erinnert mit seinem lakonisch-humorvollen Stil an Woody Allen. Es gelingt ihm, die schlimmsten Dinge wie die Massaker an den Juden von Charkow so zu erzählen, dass ihnen nicht das Grauen genommen wird,und gleichzeitig Humor und Unheil wie in Romain Gary´s "Tanz des Schingis Cohn" verschmelzen, und man teilt das Dilemma in der Frage um Gehorchen oder Widerstand in den Lagern. Erstaunlich!

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Das Universum im Mikrokosmos ...Nicht wirklich ein Einsteigerbuch, um das Werk von Georges Perec kennenzulernen - man könnte es fast als "interaktiv" bezeichnen: Perec geht z.B. zwischen 1969 bis 1974 einmal im Jahr durch eine kleine Straße und notiert penibel die Geschäftstafeln, Häuseraufschriften, Anzeigen und verblassende Inschriften. Und einfach durch die Auflistung, die nicht einmal als Veränderung gekennzeichnet werden, entsteht vor dem inneren Auge des Lesers eine kleine Geschichte dieser Straße, zu unbedeutend vielleicht, um als solche erzählt zu werden, aber vielleicht doch ein Mosaiksteinchen in der Geschichte des Kosmos? Oder gar der "Versuch einer Bestandsaufnahme der flüssigen und festen Nahrungsmittel, die ich im Jahre neunzehnhundertvierundsiebzig hinuntergeschlungen habe" - eingeteilt in Braten, Suppen, Würste und damit Verwandtes, Käse, Kuchen usw., natürlich immer ohne Überschrift, der Leser soll sich ja auch etwas denken! Und plötzlich sieht man, vielleicht auch nur für ein paar Augenblicke oder Stunden, die Welt, die Umgebung als poetisches Sammelsurium ...

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Robinson Crusoe einmal ganz anders ... Eine wahre Geschichte: 1843 wird der junge Matrose Narcisse Pelletier an der Ostküste Australiens zurückgelassen. Er hatte sich von den Kameraden getrennt und so die Gezeiten nicht wahrgenommen. 17 Jahre später findet man den "weißen Wilden", nackt, tätowiert, unmöglich, mit ihm zu kommunizieren.Der Wissenschaftler Octave den Vallombron, gescheiterter Entdeckungsreisender, nimmt sich seiner an und macht ihn zu seinem Studienobjekt: er möchte ihn wieder in die "Zivilisation" zurückholen. Francois Garde erzählt die Geschichte in 2 Handlungssträngen, die Geschichte des Matrosen bis seinem Überleben in der Wildnis, parallel dazu die Berichte des Wissenschaftlers in Briefform ab dem Auffinden von Narcisse. Auf packende Weise führt Francois Garde Francois die beiden Leben immer weiter aufeinander zu und verbindet sie, bis zum Scheitern ... Und wie klarsichtig sind seine (indirekt gesponnenen) Gedanken zum "Zivilisationsprozeß"! Als der junge, ungebildete Europäer auf die nackten Eingeborenen trifft, fühlt er sich den "Wilden" einfach durch seine Hautfarbe überlegen. Aber erst mit dem "Ablegen" der "Zivilisation" und dem bedingungslosen Annehmen der ihm so fremden Welt gelingt ihm auch das Überleben. Ein bemerkenswerter Erstling eines nicht mehr ganz so jungen Autors, in Frankreich ausgezeichnet mit dem "Prix Goncourt du premier roman".

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".. chi è quel grande ...?" Die Beschäftigung mit Dante - neben Proust und Petrarca - ist das "Lebenswerk" des Romanisten Karlheinz Stierle. Sein letztes Buch ist nun quasi eine Essenz daraus und zeigt noch einmal einerseits die ungeheure Wichtigkeit der "Göttlichen Komödie" für die abendländische Literatur, sondern macht auch staunen, wie spät Dante erst rezipiert worden ist. Aber Achtung: ganz unbedarft sollte man nicht mehr sein, um die Fülle der Erklärungen und Details genießen und schätzen zu können!

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Dieses aktuellste Buch über den Ersten Weltkrieg zeigt nicht nur die Hinter- und Abgründe der Entscheidungen der Kriegshetzer der Monarchie; es erlaubt auch Rückschlüsse auf die Entstehung aktueller Krisenherde (Krim!)und die Fehler, die beim Versuch, sie in den Griff zu bekommen gemacht werden.( Der aufmerksame Leser erkennt z.B. auch, wie richtig/wichtig die "behutsame" Auflösung der Sojetunion durch Gorbatschow war.)Das macht aus einem "historischen" Sachbuch ein ungemein politisches.

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Noch bevor das „Studienobjekt“ Reinhardts geboren ist, findet sich auch der unbedarfte Leser – der den Marquis bisher vielleicht nur mit dem Begriff des Sadismus in Zusammenhang gebracht hat – in der spannenden Lebensgeschichte von dessen Vater, Diplomat und frivoler Schriftsteller, und dem klugen Zeitporträt Frankreichs, vom „erstarrten“ Sonnenkönig zum Strukturwandel der französischen Aristokratie hin zur Entstehung des Beamtenadels. Der Autor zeigt, wie deutlich de Sade als Schriftsteller zwischen dem eigenen Leben und seiner Ungeheuer hervorbringenden Phantasie unterscheidet – die Rousseau´schen Naturgesetze mit ihrem Recht des Stärkeren dreht er dermaßen um, dass ihre Mitleidlosigkeit in sein System der hemmungslosen Triebbefriedigung paßt. Vom blutjungen Offizier im Ancien Régime, durch die Wirren der Französischen Revolution bis an sein„friedliches“ Ende als Theatermacher im Irrenhaus – de Sade ist sein Leben lang Verfolgter und Privilegierter zugleich.

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Im Dickicht des Unterbewußtseins, da kann man sich schon verstricken …

Ein kleines Mädchen wünscht sich eine Schwester, wie sich Kinder ein Hündchen wünschen – und es bekommt sie … Elisabeth Klar beginnt ihre Geschichte zu dem Zeitpunkt, als ihre Erzählerin Karin jene Ziehschwester Lisa aus einer Behinderten-WG gegen den Widerstand ihrer Geschwister und Großeltern zu sich nimmt. Die Faszination dieses Romanerstling ergibt sich zunächst aus der Komposition: Der Leser folgt dem Geschehen, den Erinnerungen der beiden Frauen sowohl aus der Sicht der erzählenden Karin und alternativ der schweigenden Lisa, er „liest“ ihre Gedanken. So erschießt sich zwar langsam das Drama, das sich vor Jahren abgespielt hat, aber wer hat es nun „richtig“ gesehen? Warum muß die Geschichte des Vaters nochmals erzählt werden? Ist Liebe die treibende Kraft? Oder Eifersucht, Revanche, der Wunsch nach Kontrolle? Klar führt ununterbrochen in die Irre – so bleibt das Buch spannend bis zum Schluß und läßt noch einen kleinen Zweifel übrig. „Ja, so ist es gewesen!“ kann dann auch der Leser nicht behaupten …

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Gott hat herabgesandt die schönste Rede, ein Buch … (Sure 39,23)

„West-östliche Erkundungen“ sind Reden und Aufsätzen, die Kermani zwischen 1999 und 2014 veröffentlicht und jetzt überarbeitet und ergänzt zusammengestellt hat. Und es zeigt sich schon in den ersten Seiten: Keiner dieser Essays hat an Aktualität und Bedeutung verloren. Wenn Kermani faszinierend und packend den Koran als die Poesie schlechthin beschreibt, erkennen sogar Laien, wie dumm die Forderung nach einer „Einheitsübersetzung“ ist. Ob Goethes „Gottes-Atem“, Hedayats Beschäftigung mit Kafka oder Parallelen der schiitischen Passionsspiele mit Brechts Theaterverständnis – die Liebe, Hingabe, Leidenschaft für Sprache(n) und Literatur(en) (vor allem die arabische und persische, er ist schließlich Orientalist) ergreifen den Leser und führen wie ein roter Faden durch dieses Werk.

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Ein Bestseller, der schon vor dem offiziellen Erscheinen ausverkauft ist …;"Und dafür gebührt nicht zuletzt der Robert Bosch-Stiftung mit ihrem „Grenzgänger-Stipendium“ Applaus. Diese Unterstützung ermöglicht Schriftstellern, Filmern, Fotografen Recherchen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa sowie Nordafrika. Ihr verdankt man so herausragende Publikationen wie „Vielleicht Esther“ von Katja Petrowskaja, „Vor dem Fest“ von Sasa Stanisic; Stipendien gingen auch an Feridun Zaimoglu, Ilija Trojanow, Terezia Mora, Herta Müller, Jenny Erpenbeck, um noch ein paar wichtige Namen zu nennen. Nino Haratischwili, geboren in Tbilissi, kam als Zwölfjährige nach Deutschland und hatte eigentlich nicht vorgehabt, sich die deutsche Sprache „wie ein anderes Kleid“ endgültig anzuziehen; nun scheint es, dass ihr dieses passt und sie es so schnell nicht wieder ablegen wird: Ab ihrer ersten Veröffentlichung hat sie auf Deutsch geschrieben. Im Gegensatz zu „Migranten“ wie Petrowskaja und Stanisic jedoch, die mit ihrer „neuen“ Sprache spielen, aus Wörtern vergessene Bedeutungen holen oder ihnen andere, überraschende zuschreiben, ist die junge Georgierin eine packende „konventionelle“ Erzählerin à la „Vom Winde verweht“ oder „Reis aus Silberschalen“. Sie schüttelt das historische Bett ihres opulenten Familienromans vom Georgien um 1900 bis ins Deutschland des 21. Jahrhunderts auf. Dank ihrer Sprachgewalt legt der Leser das umfangreiche Buch nicht aus der Hand, auch wenn ihn die ziemlich pathetische Schwelle der ersten Seiten fast zum Stolpern bringt, und die Handlungsstränge der Familiengeschichte manchmal recht abstruse Überschneidungen erfahren. Dazwischen sticht sie wie ein schlechter Gärtner aus den Schriften großer Denker wie Lenin oder sozialistischer Dichter Zitate aus und stellt sie politischen (Fehl-)Entwicklungen späterer Jahrzehnte gegenüber – derart ihres literarischen Kontextes und des historischen Substrats beraubt, sind sie so einer Lächerlichkeit preisgegeben, die sie nicht verdient haben, die aber (hoffentlich) zu eigenen Reflexionen anregt …
Dem Erzähltalent tut dies jedoch keinen Abbruch, Haratischwili versteht es zudem, gekonnt und schlüssig die politische Geschichte des 20. Jahrhunderts aufzurollen."

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Cote d`Azur, 1942.
Ein altes Grandhotel auf dem Hügel über Monte Carlo ohne Gäste, ein lebenssatter Dandy auf der Suche nach Ungewöhnlichem, und die überraschende Ankunft einer schönen Frau, deren Gatte sie tagsüber im Hotel alleine läßt – kurz, ein Szenario wie von Stefan Zweig entworfen, doch all das aus französischer Feder. Äußerst interessant (und auf keinen Fall auszulassen!) ist das Vorwort, das das kurze Leben des 1905 geborenen und auch in Frankreich fast vergessenen Autors skizziert und es gekonnt in den Kontext des Vichy-Regimes stellt.

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Zuerst erscheint es nur wie die gelungene Rezeptur eines Erfolgsromans: Man nehme einen gealterten Schriftsteller, den seine Vergangenheit einholt, menge Auszüge seines „Werks“ dazu, und lockere mit Briefen aus der Jugend auf.;Doch nach und nach entwickelt sich aus diesen Zutaten eine komplexe, klug ausgedachte, oft tragische Familiengeschichte inmitten des amerikanischen Kunst- und Literaturbetriebes und vor der großartigen Kulisse New Yorks. Der Erzähler hat sich von Kind an eifersüchtig gewünscht, Teil der Familie A.N. Dyers zu sein, es gelingt ihm auch als Erwachsener nicht, trotz der ihm bestenfalls erwiesenen Ignoranz, ihrem Bann zu entkommen … Gibt es in der Literatur Zufälle? Auch hier begegnen wir in der „Frick Collection“ dem Maler Carel Fabritius mit seinem „Distelfink“, der Donna Tartts Pulitzerpreis-Buch als Motiv durchzieht! Störend leider die manchmal holprige (und einmal sogar sinnwidrige) Übersetzung.

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Das wohl „schönste“ Buch des Jahres: hartgebunden, als Umschlagfarbe schlichtes „Cactus Green“, kein Titelbild, dafür Lesebändchen, Fadenheftung und 9/13 Cordale regular/italic.

Die 660 Seiten liegen nicht nur gut in der Hand, sie bieten auch eine recht eindrucksvolle Übersicht über politische Krisenherde und soziale Miseren, die dunklen Seiten Europas, erzählt aus der Sicht eines Reisejournalisten. Obgleich manchmal vielleicht etwas bemüht objektiv – ein serbisches Massaker muß mit einem kroatischen Kriegsverbrechen „aufgewogen“ werden-, entsteht so nebenbei auch ein ziemlich prägnantes Schweiz-Bild, und der Leser gewinnt Einblicke in die Arbeit von NGOs und dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Überraschender Schluß!

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Wieder ein äußerst spannender Roman des preisgekrönten Jugendbuchautors.

"Ein Junge kämpft in der eisigen Flut, aber nicht um sein Leben; die letzte, gewaltige Welle, der er sich bewußt ist, zerschmettert ihn an den Felsen. Und dann erwacht er in einer verlassenen, verwüsteten Umgebung, die aber seltsam vertraut erscheint. Nur langsam gelingt es ihm zu verstehen, was geschehen sein könnte … oder doch nicht? Auf packende und phantasievolle Weise verknüpft Ness die Probleme von Jugendlichen mit Familie, Freunden, erwachenden Trieben und Science fiction à la „Matrix“.
Ab 14 Jahren."

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Der 13jährige Theodore überlebt eine folgenschwere Explosion in einem New Yorker Museum. Dabei gerät das berühmte Bild des Carel Fabritius aus 1654 in seine Hände.

"Diese beiden Elemente werden von nun an sein Leben bestimmen: wie in einem andauernden Schockzustand keine wirklich „eigene“ Entscheidungen zu treffen – wobei der physische und psychische Treibsand durch Alkohol und Drogen genährt wird -; und das Bild, gleichzeitig Faszination und Quell der Angst, denn je länger er es unrechtmäßig behält, desto unmöglicher wird eine Rückgabe. Donna Tartt dreht langsam, aber unerbittlich Sartre´s Zitat „die Hölle, das sind die anderen“ um – jeder wälzt sich im eigenen Abgrund. Das heißt, nur die „Bösen“, Skurrilen, Außenseiter, weil einzig sie noch gegen die unlösbare Frage des Lebens – Zufall oder Vorbestimmung – anrennen; die „Guten“ bilden nur den Rasen, auf dem gespielt wird … Die Geschichte, die lange fast ereignislos dahinfließt, gipfelt in einem blutigen Showdown, der eines De Niro würdig ist, und versiegt in einem hilflosen Monolog, der vergeblich Optimismus beschwört.
Donna Tartt´s gleichwohl packender Roman lässt sich literarisch (noch) nicht einordnen und ihre Stilmittel bleiben unklar. Behauptet der Erzähler, er könne sich an diesen oder jenen Namen nicht erinnern, schildert er an anderer Stelle detailliertest Drogenräusche und Wahnvorstellungen. Was
sollen wir glauben? Durch Parallelen in der Geschichte – Carel Fabritius kam durch eine Explosion ums Leben, sein Bild tritt durch eine Explosion mehr als 300 Jahre später ins Leben eines Menschen – versucht die Autorin, auch dem Leser die Frage nach Zufall oder Bestimmung aufzudrängen. Eine wahrlich schwarze Geschichte ..."

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Ein Koffer auf der Flucht …

"Der zuverlässige Eisenwarenhandelslehrling Georg muss im Auftrag seines Chefs einen Koffer – Geld? Geheimpapiere? Sprengstoff? fragt er sich – überbringen. Doch diesmal hat er sich leichtsinnigerweise von einem Werbeplakat ablenken lassen, der Bus ist dahin, der Termin verpasst. Da bleibt nur die panische Flucht vor dem drohenden Zornesgewitter und etwaigen anderen unangenehmen Folgen. Zugegeben, anfangs ist es nicht ganz leicht, sich durch das dicht wuchernde Gestrüpp von Adjektiva durchzukämpfen. Doch dann entrollt sich ein wahrer Slapstickfilm vor dem Leser: Georg, um unerkannt zu bleiben, klaut einer Vogelscheuche das Sakko, fährt nackt querfeldein Motorrad, lässt sich eine Haarverlängerung („Lockig braun, bitte!“) verpassen. Leider fehlt es ihm an Orientierungssinn – über eine Leiche stolpert er auch noch - , so landet er bald wieder dort, von wo er aufgebrochen war, Verwicklungen mit dem anderen Geschlecht inbegriffen.

Wer also die slapstickartige Komik der Stummfilme schätzt, wird diese Buch mit großem Vergnügen lesen."

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Literatur mit Seefahrt zu vergleichen mag nicht der neueste literarische Coup sein: der Autor als Kapitän, der Leser als Teil der Besatzung, Inseln, Entdeckungen, Ablegen und Ankommen.

"Das hübsche quadratische Büchlein von Brigitte Schwens-Harrant und Jörg Seip ist auch eher ein unterhaltsamer Literaturquiz – in den Text sind kursive gesetzte Zitate eingestreut, am Ende jedes Kapitels folgt die „Auflösung“ in Form einer Liste der herangezogenen Texte und Publikationen. Pippi Langstrumpf, die Bibel, Cervantes, Foucault und natürlich Joseph Conrad werden da fröhlich ausgeschöpft; Max Aub setzt Positionslichter; Theodor Storm befestigt den Literaturdeich. Flann O´Briens „Auf Schwimmen-zwei-Vögel“ ist gar „eine Fibel des Meuterns“. Auch Schriftsteller, die einem nicht so geläufig sind, gilt es zu entdecken – wobei die Befriedigung, Zitate, Sätze, Absätze zuordnen zu können, überwiegt. Man ertappt sich sogar bei der Überlegung, ob statt „Seefahrt“ ein anderes Raster ebenso funktionierte ...Wahrscheinlich könnte man (fast) jedem Zitat ein anderes entgegenhalten oder es in einen anderen Kontext einbauen. Aber lassen wir uns doch auf diese Reise ein, es lohnt sich! "

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Ein höchst vergnügliches „Abfallprodukt“ der intensiven Beschäftigung mit Größen der modernen Klassik wie Thomas Mann, Nabokov, Musil – um nur einige zu nennen – hat der in Berlin lebende Autor und Literaturkritiker Michael Maar zusammengestellt.

Ihr gemeinsamer Nenner? Alle waren sie intensive Tagebuchschreiber. Und dieser Beschäftigung mit sich, der Zeit, oder einem künftigen Leser geht Maar auch in die Jahrhunderte zurück und entwickelt dabei seine verschiedenen Kategorien der Diarien. Er stellt dabei ausgewählte „Seiten“ - seien sie nun typisch oder außergewöhnlich, langweilig oder skurril – in ihren zeitlichen, historischen Rahmen (Beschreibung von Hinrichtungen!) und kommentiert geistreich, lakonisch, spöttisch, aber immer höchst treffend. Zu Walter Benjamin bemerkt er etwa, dass „wahrscheinlich noch seine Einkaufszettel literarische Pretiosen waren“. Oder wir erfahren von Samuel Pepys, der als junger Mann neun Jahre lang fast täglich Tagebucheintragungen verfasste, von einem im England des 17. Jahrhunderts exotischen Getränk aus China, der großen Pest, amourösen Eskapaden und das Durchfallen von Shakespeare´s „Sommernachtstraum“... Empfehlung!

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Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr …

"Was unsere Großmutter schon leicht ironisch postulierte, gilt auch in der kleinen Welt des höflichen, und wie er selber meint aufmerksam seine Umwelt beobachtenden älteren Herrn Lemuel Sears. Es hat keinen Sinn, einfühlsam auf die jüngere Geliebte einzugehen; es bringt nichts, verständnisheischende Aussprache mit unangenehmen Nachbarn zu suchen. Und der bemühte Dialog mit Umweltsündern kann sogar lebensgefährlich werden. Aber so ein Fläschchen vergiftete Teryaki-Sauce bewirkt einiges! John Cheever betrachtet seine Protagonisten fast wie ein Naturforscher, unter dessen Mikroskop aus einem Insekt ein absonderliches Wesen wird, bleibt dabei aber trocken-ironisch, nie hämisch. Wunderbar, wie einem aus den kurzen, fast beiläufigen Sätzen Bilder in Erinnerung bleiben!"

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Besuch vom Tiger
"Ruths Tage in ihrem Haus an der Küste von New South Wales ziehen seit dem Tod ihres Mannes müde dahin. Sie hasst die Sinnlosigkeit der alltäglichen Verrichtungen, deren Notwendigkeit sie früher ihren Söhnen eingeschärft hatte, als sie selber noch daran glaubte. Eines Nachts spürt sie einen Eindringling im Nebenzimmer – sie weiß sofort, dass es ein Tiger, und zwar ein männlicher, ist. Sie ist irritiert, aber nicht verängstigt. Kurz darauf klopft die massige, tüchtige Frida mit dem wundervollen Haar, das sie so oft hingebungsvoll färbt, an ihre Tür. Sie stellt sich als vom Staat geschickte Betreuerin vor und nimmt Ruths Leben sofort in ihre energischen Hände. Es kommt zum Eklat, als Ruth feststellt, dass Frida sogar ohne ihr Wissen bei ihr eingezogen ist …
Der Leser verknüpft den Tiger, das Dschungeltier, sofort mit Ruths fortschreitender Demenz. Aber könnte er nicht auch die aus dem Unterbewußtsein aufsteigende Sehnsucht nach dem Besonderen, dem Exotischen, das sie nie erlebt hatte, sein? Im spröden Elternhaus auf Fidschi mit den Missionarseltern, Arzt und Krankenschwester, wurde ihr keine Gelegenheit gegeben, Talente an sich zu entdecken. Auch die Schwärmerei für den kurzzeitigen Assistenten des Vaters bleib – bis auf einen unvergessenen Kuss– ohne Folgen. Und so war sie später sogar stolz auf das „Kompliment“ ihres Mannes, sie sei gottlob „ganz normal“ …
Ein einfühlsamer, subtiler, reifer Erstling über ein versickerndes Leben, das keine Spuren hinterlassen wird."

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Mein Schweigen ist mehrstimmig

"Die Mutter des jungen Ich-Erzählers ist Alkoholikerin. Er beobachtet sie mit der sezierenden Genauigkeit eines Insektenforschers, meint, dass sie ihm egal sei, und schmiegt sich doch im Straßengraben – wenn er es nicht geschafft hat, sie nach Hause zu bringen – des Nachts an sie. Liegt es vielleicht an ihm, den sie „Ballast“ und „Bastard“ nennt, beschimpft, und doch manchmal im Erbrochen so etwas wie „lieb“ murmelt? Er ist nicht dumpf, im Gegenteil. Wie er sein“Ich“ hin und her dreht, um den Wörtern Leben und Sinn zu geben, verrät die Tragik einer gequälten, aber hochintelligenten Existenz – erst, wenn man etwas benennen/erkennen kann, wenn es einen Namen hat, kann man es akzeptieren oder sogar dagegen ankämpfen. Als die Mutter, schließlich arbeitslos und herabgekommen, stirbt und er mit der Diagnose Borderline konfrontiert wird, richtet sich sein Blick nach außen, er braucht nicht mehr verzweifelt in seinem Inneren wühlen. Damit werden auch die Sätze des Buches einfacher, klarer. Ein Buch, auf das man sich einlassen muss – dann ist es allerdings aufwühlend und bewegend."

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"Gleich hinter 'Schön' lauert 'Scheiße'

"Der großartige Erstling des gar nicht mehr so jungen Verlagsleiters des Aufbau-Verlags, Gunnar Cynybulk: Großmutter Polina, aus der Trümmerfrauengeneration, brachte schon ihrem Sohn Frank , dann dem Enkel Jakob das Lesen bei, indem sie die Dinge im Haus beschriftete. Für Frank ist in der DDR das Leben „Kartoffeln und Quark“ - er will weg. Jakob nicht – er sieht im Westen keine Chance, als Sportler Olympiasieger zu werden. Aus diesen 3 Blickpunkten entsteht ein Bild Ostdeutschlands der 70er Jahre, das weder sentimental verbrämt noch bloßes Feindbild ist. Bemerkenswert der Stil: breit, detailreich, witzig („... ein bravouröser Arsch, der sich selber applaudiert ...“) vermag er Situationen und Atmosphäre zu entrollen wie ein Film, in den man hineingezogen wird. Interessant auch die zwischengeschobenen Vernehmungsprotokolle und Spitzelberichte, die – nach der Inhaltsangabe! - in ein Kapitel 29 „Gluck“ (sic!) münden. Der Roman ist nicht zwingend autobiographisch, die Grundzüge dafür hat der Autor dennoch in seiner Familie gefunden. Ausnahmsweise darf man den originellen Schlußsatz zitieren (manche Leser schnüffeln ja gleich ins Ende hinein), da er eh nichts verrät:
NACH UNBEKANNT VERZOGEN."

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Ein geniales Dreigestirn

"Gerade ist ein Büchlein mit dem schlichten Titel „Franz Schubert“ erschienen. Das Besondere daran: zunächst schon einmal die Publikationsgeschichte. Das Manuskript von gerade einmal 20 Seiten hat ein literaturaffines Ehepaar – sie Französin, er Wiener – so begeistert, dass die beiden einen Verlag gründeten. Dann die Autorin: Gemma Salem, in Antiochia geborene Kosmopolitin mit französischer Muttersprache (bekannt durch ihre Beschäftigung mit Thomas Bernhard und ihre Bulgakov-Biographie) – auf wenigen Seiten versteht sie es, aus ihrem Fundus an Kenntnissen Schuberts kurzes Leben auf eine beinahe zärtlich zu nennende Weise darzustellen, die nicht nur junge Leser begeistern wird. Der Illustrator ihrer Geschichte: Sempé! (Meines Wissens nach das erste von ihm gezeichnete Buch, das nicht zuerst in Frankreich erschienen ist.) Es ist alles da: die Wienerische Biedermeier-Atmosphäre, die Sängerknaben, Napoleon, Beethoven … Gleichzeitig mit dem französischen Original hat der Verlag Bernest verdienstvoller Weise eine deutsche Ausgabe (einfühlsam übersetzt von Margret Millischer) herausgebracht.
Tipp: sich selber – oder anderen – laut vorlesen …

Salem,Sempé: Franz Schubert
Edition Bernest"

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Ein(fast)königliches Reisetagebuch

"1892, kurz vor seinem 30. Geburtstag, besteigt Franz Ferdinand – damals noch halboffizieller Thronfolger – das modernste Schiff der k.u.k.-Marine zu einer 10monatigen Weltreise. 1100 Seiten umfassten die ursprünglichen Reisenotizen, die F. Gebert (Fokus, Spiegel) nun klug ausgewählt und kommentiert. Diese Zeugnisse „aus erster Hand“ bestätigen zwar die schwierige, nicht unbedingt sympathische Persönlichkeit FFs (so sein offizielles Monogramm) als misstrauischer Misanthrop und großspuriger Ehrgeizling mit einer selbst für seine Zeitgenossen befremdlichen Jagdmanie. Sie zeigen jedoch auch einen scharfen Beobachter mit sarkastischem Humor, stellenweise sgar Selbstironie, etwa wenn er in Amerika das Fehlen jeder „Wohlfahrtsplanung“ lakonisch als „Freiheit gegebenenfalls Hungers zu sterben“ bezeichnet. Und am Ende begrüßt man nach einer äußerst irritierenden Heimfahrt auf Linienschiffen, auf denen man zum hoheitlichen Grant beitragend nur Englisch spricht, frohen Herzens die „alte, ewig junge Kaiserstadt“ …
Heftig empfohlen als „Nebenlektüre“ zum Jahr 1914!"

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Reisen durch Amerika

"Wann hat man schon Gelegenheit, einem Autor gleichen Namens zu begegnen?! Maria Leitner, geb. 1892 in Varazdin, aufgewachsen in Budapest, emigriert als Linke und Jüdin mit dem Fall der Räterepublik über Wien nach Berlin. Für den Ullstein-Verlag reist sie als Journalistin 3 Jahre durch die USA und berichtet über die Kehrseiten des „American dream“. Ihr erster sozialkritischer Roman „Hotel Amerika“ erscheint 1930, 1933 steht er auf der berüchtigten Liste der zu verbrennenden Bücher. Sie überlebt die Flucht aus einem Lager in den Pyrenäen, stirbt aber krank und vergeblich sich um die Ausreise bemühend in Marseille.
Im Hotel „Amerika“ existieren zwei Parallelwelten – die des grenzenlosen Luxus der Hotelgäste, davon streng abgeschirmt die Welt der Personals, allesamt Schwarze und Immigranten, die unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen als neue Sklaven ums Überleben (und daher oft auch gegeneinander) kämpfen. Die junge Irin Shirley, die dort als Wäschemädchen arbeitet, wird eher zufällig und ohne wirkliches Verstehen des gewerkschaftlichen Gedankens Wortführerin des Aufruhrs, als hinter den Vorbereitungen einer pompösen Hochzeitsfeier dann noch ungenießbares Essen für die Angestellten dazukommt … Parallelen zu Berichten über moderne „Arbeitssklaven“ (Italien, Fußball-WM!) fallen sofort ins Auge und geben diesem Buch eine erschreckende Aktualität."

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Zum Schmökern

"Teichmann, geb. 1954 in Budapest, verbrachte seine Jugend in Skandinavien, wurde Journalist, Präsident des schwedischen Pen-Clubs und Verlagsgründer. Sein 2012 veröffentlichter Erstling ist nun auf Deutsch erschienen. Der im Sterben liegende Erzähler entrollt vor dem Leser die Geschichte einer sephardischen Familie, deren Wanderung auf der iberischen Halbinsel beginnt und quer durch Europa letztlich nach Oslo führt. Mit orientalischer Fabulierkunst und nicht immer historischer Genauigkeit geführt, begleiten wir einen „ewigen Juden“ - Moses selbst hat einem Vorfahren eine Kräuterrezeptur für ewiges Leben übergeben – durch 350 Jahre Familie und Geschichte, begegnen ihm sogar als Gefährten Robespierres und Finanzminister Franz Josephs. Am Rande der Katastrophe des Holocaust muß allerdings auch der Humor des Autors versiegen …"

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Ein Ermittlerduo mit Potential

"Ein bizarrer Leichenfund in einem sumpfigen Waldloch: die Überreste einer zuvor gefolterten, vergewaltigten, dann zerstückelten Frau. Ein Detail bringt sie in Verbindung mit einem Serienmörder, der seinen Opfern bei lebendigem Leib Bilder in die Haut schneidet …
Der erste Thriller von Saskia Berwein reiht sich locker ein in die (endlose) Reihe von „amerikanischen“ Krimis: grausam, voll quälender Details, psychologisierend (wie so oft ist eine furchtbare Kindheit schuld), dabei spannend zu lesen und gut aufgebaut. Was ihn doch etwas anders macht, ist ihr ermittelndes Duo, Kommissarin Jennifer Leitner und Staatsanwalt Oliver Grohmann – 2 Personen, die vielleicht noch etwas stereotyp angelegt, aber ausbaufähig sind, Potenzial haben und - Gott sei Dank – nicht bereits in ihrem ersten gemeinsamen Fall zueinander streben. Man darf gespannt sein – die Fortsetzung ist für 2014 geplant!"

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Eine ganz "normale" Straße

"Ein Kind, ein junges Mädchen, liegt im Koma. Das ist der Ausgangspunkt, von dem her Daniel Clay in seinem packenden Erstling das Neben-, Mit- und Durcheinander der Bewohner dreier benachbarter Einfamilienhäuser schildert. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Aber ob Anwalt, Lehrer oder „Sozialschmarotzer“ - eines verbindet sie, wenn auch manchmal durch Haß und Nichtverstehen: Sie alle können dem Drummond Square nicht entkommen … Kompromißlos und mit frappierendem Einfühlungsvermögen schildert Clay seine Protagonisten, ohne dabei jedoch zu verurteilen, er zeigt, daß „das Böse“ oft nur aus Dummheit resultiert, oder aus falscher Einschätzung und Mißverständnis …"

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Eine verlorene Welt

"Wem der Name der Autorin bekannt erscheint: Sie spielte schon eine wichtige Rolle in der großartigen Chronik der jüdischen Familie Ephrussi, in die sie 1899 als älteste Tochter von Viktor von Ephrussi hineingeboren wird, zusammengesetzt von ihrem Enkel Edmund de Waal („Der Hase mit den Bernsteinaugen“). Obwohl emanzipiert, polyglott und brillant, erscheint keiner ihrer Roman – 2 auf Deutsch, 3 auf Englisch verfasst – zu ihren Lebzeiten. Nun ist Edmund de Waal auch die Herausgabe dieses Buches, versehen mit einem luziden Nachwort von Sigrid Löffler, zu verdanken. Wien in den 50er Jahren. Die ersten Emigranten kehren zurück in eine Stadt, die noch mit Kriegswunden übersät ist: Professor Adler aus Heimweh – trotz seines wissenschaftlichen Erfolgs in Amerika ist er dort nie heimisch geworden; Marie-Theres, blutjung und melancholisch, in der Hoffnung auf Identität in der Heimatstadt ihrer Mutter; der Dollarmillionär Kanakis auf der Suche nach Amusement. Die Wege der Protagonisten kreuzen sich, der dramatische Höhepunkt wird auf einer der glänzenden Soireen Kanakis´stattfinden … "

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Ein (Brett)Spiel der anderen Art

"Das Verhängnis beginnt, als Martin, der Hermaphrodit, die Visitenkarte seiner bewunderten Klavierlehrerin weitergibt. Kurz danach ist sie tot, ermordet, und er der Hauptverdächtige...
Die schlangenförmig angelegten Felder des „Gänsespiels“ (ein Brettspiel für 2-6 Personen) symbolisieren den menschlichen Lebensweg – hier sind sie zu kurzen Kapiteln geworden. Es ist spannend mitzuerleben, wie die „Mitspieler“ sich selber sehen, dann mit den Augen des Gegenüber betrachtet werden und so für den Leser Kapitel für Kapitel an Gestalt gewinnen. Der Kriminalfall wird fast nebenbei gelöst. Die interessanteste Figur, die Ermittlerin Liliane Hoffmann, könnte durchaus mit einem gelungenen Zug in ein nächstes Buch überwechseln!"

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Bezaubernd

"Die kleine Catherine lebt mit ihrem Vater in Paris. Die schlechten Augen hat sie von ihm, die Lust am Tanzen von ihrer Mama, einer Primaballerina, die allerdings ganz weit weg – in New York – lebt. In der Ballettschule muß sie die Brille abnehmen und sieht dann die Welt ganz anders, wie im Traum, ohne Ecken und Kanten ...Für Kinder ab 9, aber auch für Erwachsene, die vielleicht Elemente aus Patrick Modianos eigener Biographie entdecken!

Von Sempé zauberhaft illustriert, erschien das französische Original bereits vor mehr als 20 Jahren unter dem Titel „Cathérine Certitude“ und ist in dieser Form von Lesern, die bereits den „Petit Nicolas“ für sich entdeckt haben, zu bewältigen."

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Lesbares in der Wiener Buchhandlung INTU.books

INTU.books - Naturwissenschaft in Buch kondensiert

INTU.books - Architektur, Belletristik und Science4Kids

Auf eine 50 Jahre lange Tradition blickt die

Buchhandlung INTU.books in Wien

Wiedner Hauptstra�e 13, nahe der Technischen Universität Wien zurück. Im Sommer 2012 ist eine grundlegende Veränderung in der Buchhandlung INTU.books erfolgt, das Sortiment wurde vom reinen naturwissenschaftlichen Fachbuch auf das gesamte Buchsortiment ausgeweitet.

Bauingenieurwesen, Architektur

Heute bietet sie nicht nur Architekten und Bauingenieuren eine reiche, in Wien einzigartige Auswahl an naturwissenschaftlichen Büchern in der Buchhandlung INTU.books in Wien, auch das literaturaffine Publikum und der neugierige, experimentierfreudige Nachwuchs kommen auf ihre Kosten.

Reiseführer, Französischsprachige Literatur

Egal ob Sie gärtnern wollen, Guides für Ihre Reise brauchen oder auf der Suche nach neuen Rezepten sind, Sie werden in allen Bereichen in der Buchhandlung INTU.books in Wienf�ndig. Auf ein anspruchsvolles Niveau wird hoher Wert gelegt, aus der Fülle an Büchern werden jene herausgefiltert, von deren Qualität die Buchh�ndlerinnen überzeugt sind. Was nicht lagernd ist, wird schnell und unkompliziert bestellt. Beratung und persönliche Betreuung werden großgeschrieben in der Buchhandlung INTU.books in Wien. Der Buchversand ist ebenso möglich wie die Bestellung eines Abos in derBuchhandlung INTU.books in Wien.

INTU.books & shop - Naturwissenschaft in Buch kondensiert samt Geekstuff

Bei

INTU.books&shop

wird die Tradition des Fachbuchhandels besonders für Wiener Naturwissenschafter und Techniker gepflegt. Direkt im TU Bibliotheksgeb�ude, Wiedner Hauptstraße 6, finden Interessierte eine einmalige Fülle an Fachbüchern zu IT, Mathematik, Physik, Chemie und Elektronik. Cooles Merchandise zum Thema , Geekstuff, runden das Angebot in derBuchhandlung INTU.books & shop, Wienab.

INTU.paper für den technischen Modellbedarf

Und sollte Bedarf an hochwertigem Büromaterial sein, dann schaut man einfach bei INTU.paper auf der Wiedner Hauptstraße 8-10, 1040 Wien vorbei. Bei uns findet ihr ausgewählte Produkte von hervorragender Qualität, eine breitgefächerte Auswahl an Graupappen, Finnpappen, Fotokarton, Tonpapier, Spiegelfolie, Velourpapier, Fein-Micro-3D-Wellpappen, Bristolkarton, Passepartoutkarton, Schaumstoffplatten, Grafikboards, Balsaleisten, Balsabrettern, Schneidematten, Schneidelinealen, Heißklebepistolen, Sprühklebern.

Naturwissenschaft für Kinder als Buch: Science4Kids

INTU.books

macht es sich mit seinem Schwerpunkt

Science4Kids

zur Aufgabe, Kinder an die Wissenschaft, besonders Naturwissenschaft und Technik heranzuführen. Kindgerechte Aufbereitung und spielerische Vermittlung mithilfe von Büchern sollen Kindern ab dem Vorschulalter im Zugang zu Naturwissenschaft und Forschung in der Buchhandlung INTU.booksfördern.

Science4Kids: Technik praxisnah und kindgerecht vermittelt

Unser Büchertisch ist bei der jährlichen KinderUni im Sommer an der Technischen Universität ein fixer Bestandteil. Hier können sich die jungen StudentInnen über das aktuelle Angebot an B�chern und Experimentierkästen zu Naturwissenschaft und Technik informieren und auf Wunsch Buchbesprechnungen für unser Portal Science4Kids in der Buchhandlung INTU.books verfassen.

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