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Mit ihrem Schwerpunkt science4kids unterstützt die Buchhandlung INTU.books
den spielerischen, altersgerechten Zugang von Kindern zur Naturwissenschaft.

Aug in Aug mit Formel und Zahl

 

Zum Wordrap

 

Wenn die Mathematik ein Gesicht hätte, wie würde sie aussehen? Wie vermittelt jemand, der zur Mathematik berufen ist und immenses Wissen in sich vereint, die Faszination von Zahlen und Formeln in einem der meist gefürchtetsten Schulfächer? Auch ohne Zentralmatura.
 
Obwohl Wien derzeit ein "Player" auf der Bühne der internationalen Mathematik ist, vielleicht auch dank kooperierenden Fakultäten an der TU und Hauptuni Wien, darf auf die Nachwuchsförderung nicht vergessen werden. Professor Michael Drmota von der TU Wien erzählt von seinen Erfahrungen.

Universitätsprofessor Dr. Michael Drmota engagiert sich für die Verbindung von Wissenschaft und Jugendförderung.

 

Ausgehend vom Gedanken, dass „wenige LehrerInnen an Instituten gearbeitet haben“ und dies mitunter schon längere Zeit her ist, kann eine Präsentation im Rahmen des Programms YOUNG SCIENCE, in dem SchülerInnen direkt Fragen an Personen aus dem Wissenschaftsbetrieb stellen können, positive Rückkopellungen entwickeln. Zwar nicht beim ersten Mal, sondern erst im wiederholten Fall. Doch "die Kinder erinnern" sich, ist der Dekan der Fakultät für Mathematik und Geoinformation überzeugt . Besonders in Kombination mit einem engagierten Lehrer. Ein grundlegender Baustein für eine spätere Karriere im Wissenschaftsbetrieb? Auf die Frage, wie es mit der Geschlechterverteilung aussieht, antwortet Dr. Drmota: "Momentan sind etwa 37% der Studierenden weiblich. Unter den Assistenten sind es 20%, bei den Professoren etwa 10%. In zehn Jahren wird das aber anders sein, da sehr viel nachkommt." Vermutlich ist das System auch träge. Und das Klischee Frauen verstünden nichts von Zahlen genau das: ein Klischee. Zurück zu den Kindern.


"Was ist anders, wenn man vor Kindern Mathematik präsentiert?"

Schmunzelnd berichtet Dr. Drmota von seinen Erfahrung mit Klassen von mit 12- und 16-Jährigen. Wichtig sei, in den anderthalb Stunden "etwas Interessantes zu machen, neugierig zu machen". Eine Verbindung zwischen Schule und Universität zu demonstrieren, die es in der russischen Tradition viel stärker gebe. Anhand eines vorbereitenden Fragenkatalogs wurden die Interessen der Schüler abgesteckt. Mitunter mit unerwarteten Ergebnissen.


"Ist es nicht langweilig den ganzen Tag Mathematik zu machen?"

"Wieviele Titel hat man an der Uni jetzt eigentlich?"

Oder: "Was ist die größte Primzahl?"

"Es ist erfrischend solche Fragen zu bekommen", lobt der Dekan. „Die Schüler waren sehr gut vorbereitet", obwohl die Vorbereitung Einsatz zusätzlich zum Unterricht bedeutet. "Kinder lernen nicht das Fach alleine, sie brauchen auch einen persönlichen Bezug zum Fach." Doch was fasziniert an Mathematik?

 

„Das wichtigste Werkzeug der Mathe ist die Idee.“

"Sie ist überraschend, spannend, knifflig, bereichernd. Wer es einmal probiert hat, ist davon überzeugt. Aber man muss sich mit ihr beschäftigen. Das erfordert Einsatz!" Mathe sei "unbarmherzig aufbauend", die Grundlagen sind allzeit präsent. Anders als vielleicht in Geografie, wo man Details zu Afrika vergessen kann, wenn man Asien lernt.

„Das Wichtigste bei der Mathematik ist nicht das Faktenwissen. Vielmehr das Verständnis. Das Erkennen der grundlegenden Idee. Verstehen statt Lernen. Um das zu können, muss man sich aber intensiv auseinander setzen."


"Wie lässt sich Mathematik besser verständlich machen?"

„Mathe ist abstrakt, verläuft in Abstraktionsstufen, von der Zahl ohne Objekt hin zur Variable. Der Bezug zu Realem, Objekten, löst sich. Üben allein hilft da nicht." Den Schlüssel sieht Dekan Drmota darin innere Bilder, zu entwickeln. Phrasen wie:  "Welches Bild habe ich im Kopf beim Differenzieren?" haben dennoch einen ganz praktischen Untergrund, schaut man sich den Känguru-Wettbewerb, einer Art Denksportwettbewerb für SchülerInnen, wobei "die Besten im Bewerb, nicht immer die Besten in Mathe sind."


Fazit: Alltagstauglichkeit des Denkens?

„Mathematiker machen sich Probleme, die andere nicht haben." Der sarkastische Spruch könnte auch einem Sherlock Holmes gelten. Der Sarkasmus jedoch verkennt den Reiz, den ein ungelöstes Problem darstellt. Den Kitzel das Rätsel zu verstehen, die intellektuelle Herausforderung es zu lösen. Den Forschergeist per se. Dass es bis zu solchen Höhen ein lernintensiver individueller Arbeitsprozess ist, zu dessen Verständnis die Lehre von klein an aufgefordert ist Mathematik in Bilder zu fassen, unterstreicht nur das dialogische Verhältnis von Praxis und Theorie oder anders: "Mathematik lebt!" -> Weiter 

 


 



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